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Über Der Elevator

Markus Baumgart / Gölzstraße 22 / 72072 Tübingen / der.elevator (ät) freenet.de

Buchlounge_Altpapier

Altpapierpalme

Neulich fiel mir aus einer Ausgabe der FAZ eine Beilage entgegen: „Digitalisierung und du. Wie sich unser Leben verändert“, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Im Vorwort: „Laut einer Studie könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis zum Jahr 2020 um weitere 82 Milliarden Euro steigen, wenn wir digitale Technologien konsequent nutzen. Aber es geht nicht nur um Zahlen, es geht nicht nur um Geld. Wir müssen heute entscheiden, wie wir morgen leben wollen.“ Aha, ein Ministerium mal wieder an der Speerspitze der technologischen Avantgarde! Und, ja Dreiteufelswanst, wie wollen wir morgen denn leben? Selbstverständlich so, dass uns die 82 Milliarden nicht durch die Lappen gehen, oder?
Und – alternativlos – ab mit der Broschüre ins Altpapier. Oder Moment!, nein, doch lieber nicht, könnte ich vielleicht nochmals für eine Buchlounge gebrauchen… Und genau so sammelte sich inzwischen ein ganzer Ordner mit diversen Papieren und Heftchen an, von „Die moderne Hausfrau. Neues & Nützliches“ (ein Warenprospekt voller Dinge für unverständliche Situationen und Tätigkeiten des Alltags irgendeines seltsamen, fremden Universums) über „Künstliche Besamung beim Schwein“ (selbstredend, auch wenn ebenfalls nicht unbedingt Teil meines Alltags) bis hin zu „Bewusstseins und Gedanken kontrolle (der Autoren und Journalisten)“ (sic!; eine Brandschrift, die mir, meiner handschriftlichen Notiz nach, irgendjemand auf der Buchmesse 2012 in die Hand gedrückt haben muss).
Aus diesem Konvolut nun also am kommenden Freitag, den 1. Aprilapril um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) ein kleiner Aus- und Querschnitt. Gerne dürfen Fundstücke aus Euren Schubladen dabei mit entsorgt werden!

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Quiemst Du, wenn es mäuselt?

Spamzeichen

Seit ein paar Monaten erreichen mich an meinem Arbeitsplatz regelmäßig Spam-Mails, die alle ungefähr die gleiche Struktur aufweisen: Eine Betreff-Zeile, drei oder vier Zeilen Text, ein Link, der die eigentliche Werbeanzeige lädt, und ein – wie auch immer geschriebener – „Hier-abmelden“-Link. Das erste Mal ernsthaft an einer diesen E-Mails hängen blieb ich, als mir in der Betreffzeile das Wort „mäuseln“ ins Auge sprang. Ab da begann ich, mit dem anderen die tägliche Spam-Flut genauer nach Mails mit dieser „Vierzeiler-Struktur“ durchzusehen und die ein oder andere in einer Sonderablage aufzubewahren. Und dann kam das Wort „QUIEMST“. Von dem Moment an wusste ich, ich muss diese Spams ernsthaft sammeln. Einziges Kriterium dabei war, dass mich ihre sprachliche Struktur bzw. die Wortwahl zum Lächeln brachte. Tatsächlich ist den Mails allen gemeinsam, dass sie eine erstaunlich ungewöhnliche grammatikalische Struktur aufweisen (die Kunstworte blieben in der Minderzahl). Und mit der Zeit reifte der Gedanke, aus den einzelnen Fragmenten ein Epos über die Widrigkeiten und Freuden des Alltags zu kompilieren. Hiermit das Ergebnis – jede Zeile, jedes Wort, jede Abfolge in diesem habe ich ohne jegliche Veränderungen aus den Originalen übernommen, einzig gelegentlich Dopplungen der Betreffzeile in der Hauptmail oder anders herum weggelassen. Auch habe ich die einzelnen Mails unvermischt aneinandergefügt, so dass meine „Autorenschaft“ praktisch nur darin besteht, dem Epos durch Sortieren der in sich geschlossenen Original-Mails eine sinnhafte Struktur geben zu haben. Baue dich auf, bitte: Hier abm_elden

Und hier noch ein Bonustrack, nach demselben Schema kompiliert aus einer anderen Spam-Welle: Potente Dysfunktion

P.S: Das Beitragsbild ist die Kopie des Inhalts einer E-Mail, die mich irgendwann unter dem Betreff „Personalbeschaffung in die Gesellschaften“ erreichte. Viel Spaß bei Suchen nach dem lustigen Sonderzeichen-Personal darin!

Buchlounge_Freiheitskämpfer, tot und untot

Biss

Zu Beginn der sechsten Buchlounge-Saison referiert diesen Freitag, den 5. Februar 2016 um 20:30 h (Antiquariat geöffnet ab 20 h) Dr. Ulrich Stolte in seiner unnachahmlichen Art zu den Schwaben sowie Lord Byron im griechischen Freiheitskampf und wie die Griechenlandsehnsucht da- und nebenbei zum Vampir-Mythos führte. Ein Thema wie gemacht für die unsrige Zeit, in der Vampir-Kapitalismus und die Zerschlagung des griechischen Sozialwesens aufeinandertreffen – es lässt sich ja durchaus nachweisen, dass das kulturelle Vampir- und Zombie-Aufkommen in Zusammenhang mit ökonomischen Strömungen steht. In diesem Vortrag gehen wir es nun vorerst historisch-literarisch an:
Mit der „Madonna del Rosario“ segelten schwäbische Freiwillige und Abenteurer 1822 von Marseille nach Navarino in den griechischen Freiheitskampf, ausgestattet mit dem Geld, das die Stuttgarter und Tübinger Griechenvereine gesammelt hatten. Wer nicht an Malaria oder Pest starb, der fand in der Schlacht von Peta den Tod. Die wenigen Überlebenden sammelte Lord Byron in seinem vergeblichen Versuch, Lepanto zu erstürmen. Als auch ihn die Malaria dahinraffte, war in Europa längst die Sehnsucht nach dem Schönen, Wahren und Guten der schwarzen Romantik gewichen. Deren Helden trugen keine Lorbeerkränze mehr, sondern Fräcke und Vampirgebisse und unverkennbar die Züge von Lord Byron selbst. Er ist damit der einzige Schriftsteller, der zu einer literarischen Horrorgestalt wurde.

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13 qm goes 2016

Flyer_Coverversionen

In der Hoffnung, dass alle gut dem Jahr 2015 entkommen sind, meine besten Wünsche für das 2016er-Restjahr. Wird schon werden, insofern wir uns an Herzfelde halten: „Kenne nur eins: die Liebe, und erkenne, dass nichts anderes der Mühe wert ist.“ bzw. Laibach: „Die Liebe ist die größte Kraft, die alles schafft.“, beides auf „Laibach: Slovenska Akropola“, 1987. Das Album fiel mir gerade wiedermal in die Hände, denn:
Wie das letzte Jahr starten wir auch in dieses mit einer Veranstaltung im „Pausenhof“. Am 16. Januar laden Red Ford, Taurus DS und Der Elevator zu einem InformationsTanz! zum Thema Coverversionen. Das interessante an Covern ist, dass sie versuchen, einem existierenden Song eine neue Seite abzugewinnen: in Form einer Verneigung vor dem Original oder dem Versuch eines Besser-Machens, der Übersetzung in ein anderes Genre, der Persiflage etc. Ab wann aber ist eine neue Version eines Songs überhaupt (noch) ein Cover? Eine Frage, die in die (Früh-)Geschichte der Verwertung von Musik führt. Informationen dazu ab 21 Uhr, daran anschließend ab 22 Uhr der Tanz.

Die Buchlounge an sich startet am 5. Februar ins aktuelle Jahr, und nunmehr nur noch alle zwei Monate mit einer Veranstaltung im gewohnten Stil. Im Wechsel dazu an den jeweiligen ersten Freitagen der anderen Monate ein eher offenes Format. Also quasi Open House mit Überraschungseffekt. Die nächsten Einträge geben weitere Auskunft.

Buchlounge_Space Sounds

Weltraum

In der Weihnachtszeit kommt ja vieles vom Himmel hoch her. Da ist sicherlich die Frage berechtigt, wie der Himmel an sich denn eigentlich tönt, also jenseits der eingängigen Weihnachtslieder-Klischees. Damit befassen sich beim Buchlounge-Termin am kommenden Freitag, den 4. Dezember 2015, 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) Mirjam Nast und Euer Gastgeber:
Raketen und Ufos, Astro- und Kosmonauten, Asteroiden und Spiralgalaxien, Marsianer und Klingonen – visuell lässt sich mit dem Weltall so einiges assoziieren. Aber wie klingt der Weltraum? Science Fiction Soundtracks, Space Age Pop, Pionier_innen elektronischer Musik und Alien Bands geben Antwort. Und an diesem ganz speziellen Abend freilich DJane Evelyn Tremble, zusammen mit ihrem säuselnden Theremin, sowie Der Elevator.

Im Anschluss an das Hauptprogramm das alljährliche Schrottwichteln (zumindest insofern Ihr irgendwelche Päckchen mitbringt) und die Feier des fünfjährigen Buchlounge-Jubiläums (ja, es ist tatsächlich soweit). Mitte Dezember folgt schließlich die vorweihnachtliche Rundmail, in der wohl auch die Frage nach Silvester auf den Plan rückt. Hach, Routinen können irgendwie beruhigend sein… :-)

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Buchlounge_Kulturgeschichte des Papiers

Gerhard Walter Feuchter

Bei der Buchlounge am kommenden Freitag, den 6. November 2015, 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) freue ich mich, Gerhard W. Feuchter mit einem Vortrag zur Kulturgeschichte des Papiers zu Gast zu haben. Gerhard ist seit vielen Jahren in Tübingen verwurzelt, Mitglied des Künstlerbunds und vor allem: ein Künstler, der selbst umfassend mit Papier als Medium arbeitet. Zumeist stellt er das Papier für seine Arbeiten selbst her, was ihm die Möglichkeit gibt, im Papier-Schöpfungsprozess Formen anzulegen, so dass sich seine Werke bereits durch diesen ersten Arbeitsschritt oft an der Schnittstelle zur Skulptur befinden. Weitere Informationen dazu sind auf Gerhards Webseite zu finden. Und nicht ohne Stolz möchte ich an dieser Stelle zudem auf meinen Text zu Gerhards Kafka-Zyklus hinweisen, der hier nachzulesen ist.

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Buchlounge_Amiga Groove

WIR

Zugegeben, es ist keine so wirklich neue Idee, dieses Datum zum Anlass für ein Buchlounge-Thema zu nehmen. Aber erstens fällt mir gerade nichts anderes ein und zweitens offensichtlich auch niemand anderem, um den kommenden Termin zu füllen. So wird es also diesen Freitag, den 2. Oktober 2015 ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) um die Popmusik der DDR gehen.
Aus meinem Amiga-Schallplatten-Fundus habe ich ein paar eher ungewöhnliche Stücke ausgesucht: Beat, Funk, Disco, Rap (es steht hierbei die Behauptung im Raum, der erste deutsche Hip-Hop-Song sei tatsächlich im Ostteil der Republik aufgenommen worden), Punk. Über die Musik hinaus ist freilich die mehr oder weniger offensichtliche Freiheits-Metaphorik in zahlreichen Song-Texten interessant. Ich stelle zur Diskussion, dass eben auf dieser lyrisch-semantischen Ebene der genuine Beitrag der DDR-Musik zum modernen deutschsprachigen Liedgut begründet liegt. Und schließlich gibt es da noch ein ganz besonderes Album, das eigentlich als Amiga-Veröffentlichung gedacht war, vom sozialistischen Staatslabel aber abgelehnt wurde.
Zu all dem werde ich ein paar Worte sagen, hauptsächlich aber die vermutlich selten gehörte Musik spielen. Und mit nichts anderem als alten Amiga-Platten werden wir schließlich weiter in den 3. Oktober grooven. Mit dabei: Ein gepflegtes Fläschchen Danziger Goldwasser aus einem Hausbar-Altbestand. Für meine Gäste immer nur das Beste!

Am Montag, den 5. Oktober lege ich übrigens das letzte Mal in der Sommer-vorm-Hof-Reihe im Pausenhof auf. Darauf folgt die Buchmesse-Pause. Und wie es danach weitergeht, werden wir sehen.

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Buchlounge_Bolzplatz

Bolzplatz

Seit diesem Jahr liegen die gesammelten Bolzplatz-Kolumnen, die Rainer Imm regelmäßig im Schwäbischen Tagblatt veröffentlicht, in Buchform (Omnino-Verlag, Berlin) vor. In diesen kurzen Texten kombiniert Imm geschickt die lokale Bolzplatz-Szene mit allgemeinen gesellschafts-philosophischen sowie politisch-soziologischen Betrachtungen und bringt das Ganze in eloquente sprachliche Form, dabei das ein oder andere fußballerische Bonmot einflankend.
Ich freue mich sehr, das Rainer sein Buch im Rahmen der Buchlounge am kommenden Freitag, dem 4. September 2015 um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) nochmals persönlich vorstellen wird, quasi in Form einer Nachspielzeit zu der offiziellen Buchpräsentation neulich. Die Bälle zuspielen wird ihm dabei dankenswertweise Markus Hoppe, selbst Bolzplatz-Aktivist bei den Walter Fröschen sowie geschätzter DJ-Kollege. Wir können uns somit auf eine durchtrainierte Mischung aus Autoren-Interview, Lesung und Fußballhymnen freuen.

Und weiterhin: Am Samstag, dem 12. September findet das alljährliche Lorettofest statt. Freilich ist da auch das Antiquariat 13 qm wieder mit dabei: Open House ab 14 Uhr mit offenem Schluss. Schauts einfach vorbei!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Bolzplatz

12 Hrs. Summer Jamboree

Limbo Party

Zwecks ansprechender Füllung des Sommerlochs nehmen die DJs Mirjam „Evelyn Tremble“ Nast, Markus „Red Ford“ Hoppe und Markus „Der Elevator“ Baumgart das Publikum am Samstag, den 29. August von 16:00 bis 4:00 im „Pausenhof“ (am Sternplatz, Tübingen-Südstadt) mit auf eine 12stündige musikalische Reise von Exotica und Easy Listening über R’n’B, Soul und Rare Groove bis nach Rockabilly, Garage Beat und YéYé. Um 16 Uhr geht’s los, und zwar bis 22 Uhr als Open Air auf der Terrasse. Danach geht es in angenehmer Atmosphäre drinnen weiter.

Summer Jamboree_Flyer