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Über Der Elevator

Markus Baumgart / Gölzstraße 22 / 72072 Tübingen / der.elevator (ät) freenet.de

Pop Art – Gesellschaftskritik – NO!art

POP

In der Fortführung meiner Gedanken zur Abstraktion und dem gesellschafts-politischen Gehalt künstlerischen Schaffens übernahm ich im Wintersemester 1996/97 im Rahmen des Seminars „‘High & Low‘ – Moderne Kunst und Trivialkultur“ ein Referat zu einer weiteren Kunstrichtung, die mich beeindruckt hatte, seit ich Kunst bewusst wahrnahm: der Pop Art. Und mit großem Vergnügen versuchte ich dabei, ein paar – meiner Ansicht nach – triviale und pseudo-gesellschaftskritische Interpretationsmuster zu zerpflücken. So sehr ich Beuys, Vostell et al. ganz hoch schätze, in meinen Augen legten selbst sie gelegentlich diese nervige deutsche Besserwisserei an den Tag, die dann auch noch ziemlich platt von einigen deutschen Kunst- und Kulturkritikern reproduziert wurde. Na ja, meine Interpretation, die sich folgendermaßen liest: Pop Art_ Gesellschaftskritik_NO!art

Das Kunstwerk in der Postmoderne

nicht rot

Hiermit ein Essay, der im Rahmen des Kunstgeschichte-Seminars „Rezeptionsästhetik und Kunstvermittlung“ im Wintersemester 1994/95 entstand. Ein Text, in dem ich mir im Schreibprozess meiner Begeisterung für das abstrakte Bildwerk klar zu werden versuchte, vermischt mit dem Anspruch, Ratio und Emotion in ein ausgeglichenes Verhältnis zu setzen – und damit einer ethischen Komponente. Eine Semesterarbeit, zu der meine damalige Professorin Annegret Jürgens-Kirchhoff anmerkte: „Bei allen Einwänden eine außerordentlich eigenwillige und eigenständige Arbeit, die von hohem Problembewußtsein zeugt.“ Voilà! Übrigens tat sie das auf einem Schreibmaschinen-Ausdruck, denn dies war meine letzte Prä-Computer-Hausarbeit – die ich dementsprechend nun erst scannen, via OCR umwandeln und neu zusammensetzen musste, um sie ins hier im PDF-Format präsentieren zu können: Das Kunstwerk in der Postmoderne

Dichte Beweisführung

Die Zigarre

Gut 20 Jahre nach Aufnahme und knapp 12 Jahre nach Abschluss meines Studiums der Empirischen Kulturwissenschaft am Ludwig-Uhland-Institut der Eberhard Karls Universität Tübingen sitze ich dieses Sommersemester 2016 erneut für zwei Stunden der Woche im dortigen Seminarraum – diesmal als nebenberuflicher Freier Lehrbeauftragter. Ich bin nun wahrhaftig nicht sentimental gegenüber der Vergangenheit, aber es entlockt mir doch ein Schmunzeln, dass ich bereits 1998/99 im Rahmen unserer Fachschaftsarbeit über einen Artikel in der traditionellen, aber unregelmäßig erscheinenden Fachschaftszeitschrift „jüngstes gerücht“ versuchte, den EKW-Noviz*innen zu erklären, wie meiner Ansicht nach die EKW funktioniert. Und weil dieser Text sich eigentlich noch immer ganz amüsant liest, und weil es darin vornehmlich auch um den von mir sehr geschätzten Peter „Columbo“ Falk geht, veröffentliche ich ihn hiermit nochmals: Dichte Beweisführung

Buchlounge_Eine kurze Kulturgeschichte der Gitarre

Floete und Laute

Im Rahmen der Buchlounge am kommenden Freitag, den 3. Juni um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr), wird uns Gotthold Balensiefen eine kurze Geschichte der Gitarre erzählen. Selbst im Nürtinger Gitarrenorchester aktiv und stets auf der Suche nach den Spuren, die die Gitarre im Lauf der Zeiten in der literarischen Kulturgeschichte hinterlassen hat, können wir uns auf einen kenntnisreichen und vielseitigen Vortrag in Worten, Bildern und einigen Musikstücken freuen.
Die Gitarre ist nicht nur nach der aktuellen Statistik das beliebteste Musikinstrument in Deutschland, sondern seit alters her ein Kult(ur)gut, das in Literatur, Malerei und plastischer Kunst dargestellt und in Geschichten gekleidet wird. Wie dieses Stück Holz mit mehr oder weniger Saiten sich gewandelt hat, als apollonisches Instrument über die Flöte des Marsyas triumphierte, aber selbst durch die Weiterentwicklung des Cembalos über Lautenklavier und Clavichord zum wohltemperierten Klavier Johann Sebastian Bachs ins Hintertreffen geriet – bis Musiker aus anderen Musikwelten mit neuen technischen Möglichkeiten ihre Renaissance einleitete, darum soll es an diesem Freitag gehen.

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Eine kurze Kulturgeschichte der Gitarre

Buchlounge_Altpapier

Altpapierpalme

Neulich fiel mir aus einer Ausgabe der FAZ eine Beilage entgegen: „Digitalisierung und du. Wie sich unser Leben verändert“, herausgegeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Im Vorwort: „Laut einer Studie könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis zum Jahr 2020 um weitere 82 Milliarden Euro steigen, wenn wir digitale Technologien konsequent nutzen. Aber es geht nicht nur um Zahlen, es geht nicht nur um Geld. Wir müssen heute entscheiden, wie wir morgen leben wollen.“ Aha, ein Ministerium mal wieder an der Speerspitze der technologischen Avantgarde! Und, ja Dreiteufelswanst, wie wollen wir morgen denn leben? Selbstverständlich so, dass uns die 82 Milliarden nicht durch die Lappen gehen, oder?
Und – alternativlos – ab mit der Broschüre ins Altpapier. Oder Moment!, nein, doch lieber nicht, könnte ich vielleicht nochmals für eine Buchlounge gebrauchen… Und genau so sammelte sich inzwischen ein ganzer Ordner mit diversen Papieren und Heftchen an, von „Die moderne Hausfrau. Neues & Nützliches“ (ein Warenprospekt voller Dinge für unverständliche Situationen und Tätigkeiten des Alltags irgendeines seltsamen, fremden Universums) über „Künstliche Besamung beim Schwein“ (selbstredend, auch wenn ebenfalls nicht unbedingt Teil meines Alltags) bis hin zu „Bewusstseins und Gedanken kontrolle (der Autoren und Journalisten)“ (sic!; eine Brandschrift, die mir, meiner handschriftlichen Notiz nach, irgendjemand auf der Buchmesse 2012 in die Hand gedrückt haben muss).
Aus diesem Konvolut nun also am kommenden Freitag, den 1. Aprilapril um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) ein kleiner Aus- und Querschnitt. Gerne dürfen Fundstücke aus Euren Schubladen dabei mit entsorgt werden!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Altpapier

Quiemst Du, wenn es mäuselt?

Spamzeichen

Seit ein paar Monaten erreichen mich an meinem Arbeitsplatz regelmäßig Spam-Mails, die alle ungefähr die gleiche Struktur aufweisen: Eine Betreff-Zeile, drei oder vier Zeilen Text, ein Link, der die eigentliche Werbeanzeige lädt, und ein – wie auch immer geschriebener – „Hier-abmelden“-Link. Das erste Mal ernsthaft an einer diesen E-Mails hängen blieb ich, als mir in der Betreffzeile das Wort „mäuseln“ ins Auge sprang. Ab da begann ich, mit dem anderen die tägliche Spam-Flut genauer nach Mails mit dieser „Vierzeiler-Struktur“ durchzusehen und die ein oder andere in einer Sonderablage aufzubewahren. Und dann kam das Wort „QUIEMST“. Von dem Moment an wusste ich, ich muss diese Spams ernsthaft sammeln. Einziges Kriterium dabei war, dass mich ihre sprachliche Struktur bzw. die Wortwahl zum Lächeln brachte. Tatsächlich ist den Mails allen gemeinsam, dass sie eine erstaunlich ungewöhnliche grammatikalische Struktur aufweisen (die Kunstworte blieben in der Minderzahl). Und mit der Zeit reifte der Gedanke, aus den einzelnen Fragmenten ein Epos über die Widrigkeiten und Freuden des Alltags zu kompilieren. Hiermit das Ergebnis – jede Zeile, jedes Wort, jede Abfolge in diesem habe ich ohne jegliche Veränderungen aus den Originalen übernommen, einzig gelegentlich Dopplungen der Betreffzeile in der Hauptmail oder anders herum weggelassen. Auch habe ich die einzelnen Mails unvermischt aneinandergefügt, so dass meine „Autorenschaft“ praktisch nur darin besteht, dem Epos durch Sortieren der in sich geschlossenen Original-Mails eine sinnhafte Struktur geben zu haben. Baue dich auf, bitte: Hier abm_elden

Und hier noch ein Bonustrack, nach demselben Schema kompiliert aus einer anderen Spam-Welle: Potente Dysfunktion

P.S: Das Beitragsbild ist die Kopie des Inhalts einer E-Mail, die mich irgendwann unter dem Betreff „Personalbeschaffung in die Gesellschaften“ erreichte. Viel Spaß bei Suchen nach dem lustigen Sonderzeichen-Personal darin!

Buchlounge_Freiheitskämpfer, tot und untot

Biss

Zu Beginn der sechsten Buchlounge-Saison referiert diesen Freitag, den 5. Februar 2016 um 20:30 h (Antiquariat geöffnet ab 20 h) Dr. Ulrich Stolte in seiner unnachahmlichen Art zu den Schwaben sowie Lord Byron im griechischen Freiheitskampf und wie die Griechenlandsehnsucht da- und nebenbei zum Vampir-Mythos führte. Ein Thema wie gemacht für die unsrige Zeit, in der Vampir-Kapitalismus und die Zerschlagung des griechischen Sozialwesens aufeinandertreffen – es lässt sich ja durchaus nachweisen, dass das kulturelle Vampir- und Zombie-Aufkommen in Zusammenhang mit ökonomischen Strömungen steht. In diesem Vortrag gehen wir es nun vorerst historisch-literarisch an:
Mit der „Madonna del Rosario“ segelten schwäbische Freiwillige und Abenteurer 1822 von Marseille nach Navarino in den griechischen Freiheitskampf, ausgestattet mit dem Geld, das die Stuttgarter und Tübinger Griechenvereine gesammelt hatten. Wer nicht an Malaria oder Pest starb, der fand in der Schlacht von Peta den Tod. Die wenigen Überlebenden sammelte Lord Byron in seinem vergeblichen Versuch, Lepanto zu erstürmen. Als auch ihn die Malaria dahinraffte, war in Europa längst die Sehnsucht nach dem Schönen, Wahren und Guten der schwarzen Romantik gewichen. Deren Helden trugen keine Lorbeerkränze mehr, sondern Fräcke und Vampirgebisse und unverkennbar die Züge von Lord Byron selbst. Er ist damit der einzige Schriftsteller, der zu einer literarischen Horrorgestalt wurde.

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Freiheitskämpfer, tot und untot

13 qm goes 2016

Flyer_Coverversionen

In der Hoffnung, dass alle gut dem Jahr 2015 entkommen sind, meine besten Wünsche für das 2016er-Restjahr. Wird schon werden, insofern wir uns an Herzfelde halten: „Kenne nur eins: die Liebe, und erkenne, dass nichts anderes der Mühe wert ist.“ bzw. Laibach: „Die Liebe ist die größte Kraft, die alles schafft.“, beides auf „Laibach: Slovenska Akropola“, 1987. Das Album fiel mir gerade wiedermal in die Hände, denn:
Wie das letzte Jahr starten wir auch in dieses mit einer Veranstaltung im „Pausenhof“. Am 16. Januar laden Red Ford, Taurus DS und Der Elevator zu einem InformationsTanz! zum Thema Coverversionen. Das interessante an Covern ist, dass sie versuchen, einem existierenden Song eine neue Seite abzugewinnen: in Form einer Verneigung vor dem Original oder dem Versuch eines Besser-Machens, der Übersetzung in ein anderes Genre, der Persiflage etc. Ab wann aber ist eine neue Version eines Songs überhaupt (noch) ein Cover? Eine Frage, die in die (Früh-)Geschichte der Verwertung von Musik führt. Informationen dazu ab 21 Uhr, daran anschließend ab 22 Uhr der Tanz.

Die Buchlounge an sich startet am 5. Februar ins aktuelle Jahr, und nunmehr nur noch alle zwei Monate mit einer Veranstaltung im gewohnten Stil. Im Wechsel dazu an den jeweiligen ersten Freitagen der anderen Monate ein eher offenes Format. Also quasi Open House mit Überraschungseffekt. Die nächsten Einträge geben weitere Auskunft.

Buchlounge_Space Sounds

Weltraum

In der Weihnachtszeit kommt ja vieles vom Himmel hoch her. Da ist sicherlich die Frage berechtigt, wie der Himmel an sich denn eigentlich tönt, also jenseits der eingängigen Weihnachtslieder-Klischees. Damit befassen sich beim Buchlounge-Termin am kommenden Freitag, den 4. Dezember 2015, 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) Mirjam Nast und Euer Gastgeber:
Raketen und Ufos, Astro- und Kosmonauten, Asteroiden und Spiralgalaxien, Marsianer und Klingonen – visuell lässt sich mit dem Weltall so einiges assoziieren. Aber wie klingt der Weltraum? Science Fiction Soundtracks, Space Age Pop, Pionier_innen elektronischer Musik und Alien Bands geben Antwort. Und an diesem ganz speziellen Abend freilich DJane Evelyn Tremble, zusammen mit ihrem säuselnden Theremin, sowie Der Elevator.

Im Anschluss an das Hauptprogramm das alljährliche Schrottwichteln (zumindest insofern Ihr irgendwelche Päckchen mitbringt) und die Feier des fünfjährigen Buchlounge-Jubiläums (ja, es ist tatsächlich soweit). Mitte Dezember folgt schließlich die vorweihnachtliche Rundmail, in der wohl auch die Frage nach Silvester auf den Plan rückt. Hach, Routinen können irgendwie beruhigend sein… :-)

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Space Sounds