Das japanische Feedback

Hosono   Misora Hibari

Endlich wieder laden Red Ford und Der Elevator zu einem InformationsTanz in den Pausenhof: am 25. November 2017, ab 21 Uhr geht es um die Anfänge des J-Pop in den 1950er- bis 1970er-Jahren.

Als eine der so genannten Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg wurde die japanische Popkultur nach 1945 – ähnlich der deutschen – durch die amerikanische Besatzungszeit geprägt. Zwar gab es bereits vorher Anleihen aus der amerikanischen Populärkultur, aber erst mit den GIs kam in den Jahren der Okkupation westliche Popmusik, die vor allem die Jugendlichen ansprach, nach Japan. Von den 1950ern bis in die 1970er entspannen sich dort dementsprechend exemplarische Diskurse zur Populärkultur: Übernahme des internationalen Pop versus Reaktivierung traditioneller Genres; entgrenzte versus nationale Identität; englische versus japanische Songtexte.

Der Vortrag will die japanische Popmusik an Hand von Musikbeispielen chronologisch bis in die späten 1970er nachzeichnen. Um 1980 unternahm dann das Yellow Magic Orchestra den Versuch, eine zeitgemäß kosmopolitische, elektronische Musik zu erschaffen. In der Folge wurde J-Pop zunehmend im Westen bekannt, die Popgeschichte davor jedoch blieb weiterhin Terra incognita. Zeit also, dass Der Elevator aufklärt über Enka, Rokabirii, Eleki Buumu, Group Sounds und die japanische Folk- und New-Music-Bewegung.

Flyer_Das japanische Feedback

 

 

InformationsTanz!_Amok/Koma

InformationsTanz_AmokKoma

Auf Grund meiner reduzierten Kommunikation war es vermutlich bereits zu bemerken: Ich nehme mir gerade eine kleine Auszeit – und damit auch die regelmäßige Buchlounge. Was aber nicht bedeuten soll, dass ich mich aus dem kulturellen Leben Tübingens komplett zurückzuziehen vorhabe. So findet an diesem Samstag, 25. März 2017 der nächste InformationsTanz im „Pausenhof“ statt, selbstverständlich zusammen mit meinem gutsten DJ-Kollegen Markus Red Ford (siehe Flyer). Und am jährlichen Antikmarkt in der Haaggasse am darauffolgenden Wochenende 1./2. April werde ich wieder mit einem Stand voller auserlesener Bücher vertreten sein (bitte bereits jetzt kollektiv gutes Wetter herbeisehnen). Und überhaupt schwirren da noch diverse Ideen in meinem Kopf herum, gibt es bereits Buchlounge-Themen, die der Konkretisierung entgegenstreben, Buchlounge-Gäste, die mir ihre freundschaftliche Kooperation zugesichert haben. Somit muss eigentlich nur noch der innere Schweinehund die organisatorische Hürde überspringen.

Sechs Jahre Buchlounge

knochensaurier

Kaum zu glauben, aber war, die Buchlounge wird an diesem Freitag sechs Jahr! Äh, nee: sechs Jahre alt! Verdammt, auch nicht. Nochmals: Kaum zu glauben, aber wahr, die Buchlounge wird am kommenden Freitag alt sechs Jahr!
Na toll, weder ein holpererfreier Zeitungsanzeigenpoesie-Reim noch ein gescheites Thema in Sicht. Pfft, Geburtstage eben. Egal, beim 40sten dann halt (einigermaßen barrierefrei ist es hier ja, haha). Dennoch: Was nun tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen?
Moment! Das ganze Gekalauere erinnert mich daran: Seit einem Abendempfang neulich ist in gewissen Buchlounge-Kreisen Monty Pythons Lachsschaumspeise-Gag aus „Der Sinn des Lebens“ virulent. Warum also nicht zu einem Fischgericht laden? Hinterlegt mit gepflegter klassischer und Jazz-Musik (höhö)? Ja, das könnte es sein, quasi die Essenz aus sechs Buchlounge-Jahren: Fish’n’Trash – enjoy the experience!
Und da haben wir die Majonäse: Diesen Freitag, den 2. Dezember 2016 ab 20 Uhr gibt es einen Meeresfrüchte-Gemüse-Eintopf und die gewohnte Getränkekarte an selten gehörten Schallplatten. Wer davor zu früh flieht, verpasst leider das alljährliche Schrottwichteln (wir sind schließlich traditionell konservativ). Dementsprechende Päckchen dürfen, wie bei der Dezember-Buchlounge bislang üblich, beschämt dezent und anonym am Eingang in den Bescherungssack gesteckt werden. Wer seinen Schrott vorbeibringt, darf anderen mitnehmen. Das aber zumindest beschwingt durch auserlesene Weihnachtsmusik. Keine Frage!

Deutschpop halt’s Maul

deutschpop_plakat-online

Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik. An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom „Fremdwerden in der eigenen Sprache“ (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.

Ein Vortrag von Frank Apunkt Schneider im Club Voltaire Tübingen. Mit anschließendem Kneipenbetrieb und Beatklub, am Vinyl: Der Elevator.

Flyer_Deutschpop halt’s Maul

Buchlounge_Blumen für Marlene

blumen-fur-marlene

„Sag mir wo die Blumen sind“ wurde im Jahr 1962 in der Version von Marlene Dietrich ein populärer Klassiker. Doch das Lied hatte da bereits eine fast dreihundert Jahre alte Geschichte hinter sich. Es wanderte aus Sachsen nach Amerika aus, befeuerte die Oktoberrevolution in Russland, wurde mit Pete Seeger und dem amerikanischen Folk berühmt – und schließlich in Deutschland mit Steinwürfen empfangen.

Der Lyriker, Literaturwissenschaftler und Journalist Dr. Ulrich Stolte hat die internationale Geschichte dieses Liedes recherchiert und präsentiert die Ergebnisse in einem multimedialen Vortrag bei der Buchlounge am kommenden Freitag, den 4. November 2016, 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr). Er zeigt außerdem, wie die deutsche Dichtung der Aufklärung in das Schaffen von Walt Disney, Quentin Tarantino und Oliver Stone geflossen ist. Es gibt also wiedermal jede Menge zu lernen!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Blumen für Marlene

Halloween im Pausenhof

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Am morgigen Montag laden Markus „Red Ford“ und Markus „Der Elevator“ ab 21:30 Uhr zum inzwischen traditionellen Halloween Monster Mash in den „Pausenhof“ am Sternplatz. Wie immer ziehen wir ungeheuer gute Musik aus den Eingeweiden. Diesmal geistern zudem ein bisschen nicht tot zu bekommender Punk und unsterblicher New Wave durchs Gewölbe. Heraus also aus der Gruft, die Spinnweben abgestreift und unter die Ghouls gemischt. Kein Kostümzwang, aber gerne Tanz bis der Bestatter vom Ordnungsamt vor der Türe steht.