Schallplattenregal

Vinyl 1

In dieser Kategorie geht es offensichtlich um Schallplatten. Nach und nach tauchen hier Rezensionen neuer oder alter Alben auf. Vorerst mögen die beiden Photos als Platzhalter dienen. Aufgenommen und bearbeitet wurden sie von Janosch Geiger, der mir auch die Abbildung, die in der Kopfleiste dieser Webseite zu sehen ist, zur Verfügung gestellt hat. (Hey, danke dafür, wie auch für die Tipps zur Erstellung dieses Blogs!) Janoschs eigener Blog ist über den „Geigerphotos“-Link, der rechts im Kontextmenü zu finden sein sollte, aufrufbar.

Vinyl 2

Blumen für Mühsam

Vor ein paar Tagen fiel mir dieses halbwegs zufällige Arrangement auf meinem Tisch auf:

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Inzwischen sind die Blumen den Weg alles Vergänglichen gegangen, übrig blieb vor allem noch ein trister Blütenstempel, was mich zu dieser quasi maskulinen Version des Photos, verbunden mit einem Buch-Tipp, anregte:

Mühsam 2_online

Der sehr zu empfehlende Mühsam-Band, eine Art Biographie in Selbstzeugnissen, erschien vor kurzem im Verbrecher Verlag, Berlin, herausgegeben von Markus Liske und Manja Präkels. Erich Mühsam war Anarchist im besten Sinne, aktives Mitglied der Münchner Räterepublik und eines der ersten Opfer des faschistischen Terrors. Der Band bietet eine beeindruckende und zugleich, ganz in seinem Sinne, sehr humorvolle Annäherung an sein Leben, und dementsprechend auch eine sehr kurzweilige Urlaubslektüre. Und in diesen Tagen, in denen anscheinend nur noch die miesesten Polithunde meinen, über unser Leben bestimmen zu dürfen, wird Erich Mühsam wieder umso wichtiger.

Bitte fragt bei Interesse im lokalen Buchhandel nach, das Buch sollte, wenn nicht vorrätig, auf den nächsten Tag bestellbar sein – Bewegung ist nicht nur für den Paketboten gut, sondern für jeden einzelnen von uns!

Global Sea

Manchmal finden sich auf einem Tisch Dinge zusammen, die zufällig wie zusammengehörend scheinen. Dementsprechend sind sie dann, nach Comte de Lautréamont, einem der Väter des Surrealismus: „Schön wie die zufällige Begegnung eines Regenschirms und einer Nähmaschine auf einem Seziertisch.“

So erhielt ich in der Urlaubszeit der letzten Jahre zu fast dem gleichen Zeitpunkt zwei Postkarten, eine aus Chalkidiki, Griechenland und eine aus Texel, Holland. Beide Karten lagen einige Tage nebeneinander auf meinem Tisch, ich schob sie ab und zu etwas hin und her, und eines Morgens, bei Frühstückskaffee, sah ich plötzlich das:

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Ich nenne es „Global Sea“ oder: „See the Sea, Hear the Sea, Ecstasy.“

Pop, Anarchie und Zeitgeist

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Die eine oder der andere fragt sich vielleicht, wo ich und mein Denken seine Wurzeln haben. Nun, vor allem in einem (irgendwann – also nach sehr langer Zeit :-)) erfolgreich abgeschlossenem Studium der Empirischen Kulturwissenschaft hier in Tübingen. In meiner Magisterarbeit „Pop, Anarchie und Zeitgeist. Versuch über den Zusammenhang von Musik, politischem Bewusstsein und dem, was zwischen den Zeilen steht“ finden sich dementsprechend schon zahlreiche Spuren dessen, was mich noch heute beschäftigt. Und darum möchte ich diese Magisterarbeit hiermit frei zugänglich machen. Ich stelle sie in ihrer Original-Fassung ein, also ohne jegliche redaktionelle Überarbeitung. Die ein oder andere sprachliche Unzulänglichkeit bitte ich dementsprechend zu entschuldigen – zum Inhalt hingegen stehe ich noch immer voll und ganz.

Ausgangspunkt der Arbeit sind amerikanische Easy Listening- und Exotica-Schallplatten der 1950er- und 60er-Jahre und das Revival dieser Musik in den frühen 1990ern unter dem Label „Cocktail Nation“. Verbunden habe ich dieses Material mit politischen Theorien wie sie sich in Negri und Hardts „Empire“, in „Temporäre Autonome Zone“ von Hakim Bey etc. finden, aber auch mit Fragen zu Subkultur und Stil in Anlehnung an Dick Hebdige.

Darüber hinaus finden sich darin zahlreiche Themen, die Teil meines Gedanken-Kosmos‘ sind und mich auch auf dieser Webseite beschäftigen: Camp, Trash, Incredibly Strange Music, Soul, Mod, Industrial Cultur, Modern Primitvism, William S. Burroughs, Beat Generation, J.G. Ballard, Subversion, Sittengeschichte und Sexualwissenschaft, (New) Burlesque, Anarchismus, Autonomie, Postmoderne etc. pp.

Entsprechend zu dieser Beschreibung kann die Arbeit als ein Netzwerk von miteinander verknüpften Ideen (a.k.a. Rhizom) gesehen werden und muss dementsprechend nicht stringent von vorne nach hinten gelesen werden. Jedes Kapitel steht im Prinzip für sich, knüpft aber hier und da an andere Kapitel an. Und an Hand des Literaturverzeichnisses kann man sich, denke ich, noch immer eine ganz ordentliche Handbibliothek zusammenstellen.

Auf der Titelseite der PDF habe ich einige Informationen eingefügt, für den Fall, dass aus der Arbeit Ausschnitte verwendet bzw. Passagen daraus zitieren werden sollten. Dies darf gerne unentgeltlich geschehen, es geht mir dabei nur um die Einhaltung grundsätzlicher wissenschaftlicher Standards, an denen ich, old-school wie ich nun mal bin, trotz allem weiterhin hänge – you know, what I mean.

Und hier ist nun also das Werk, viel Vergnügen beim Lesen!: Pop, Anarchie und Zeitgeist

Kontakt

Markus Baumgart
Gölzstraße 22
72072 Tübingen

der.elevator (ät) freenet.de

Phone 07071/146243

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13 qm Bulletin No. 3 – Retrospektive 1

Bulletin 3

Hiermit ein ausführlicher Rückblick auf die bisherige Buchlounge-Historie. Als sich im letzten Dezember das dritte Jahr Buchlounge zu Ende neigte, habe ich im „13 qm Bulletin No. 3“ alle bisherigen Ankündigungstexte zu einer ersten Retrospektive kompiliert – hier die digitale Version, und das sogar in Farbe: 13 qm Bulletin 3_Retrospektive # 1

Madame Fatatabula

Darf ich vorstellen: Madame Fatatabula, meine Muse!

Madame Fatatabula_online

Seit Madame Fatatabula vor ein paar Monaten bei mir eingezogen ist, läuft mein Denken noch runder, insbesondere da der vollständige Titel des Bildes, einem handschriftlichen Vermerk auf der Rückseite nach, lautet: „Der Goldfisch hinter dem Fenster von Madame Fatatabula“.

Hinter dem Pseudonym „Dedda“ verbirgt sich der inzwischen 78jährige Gerhard Burger aus Ofterdingen bei Tübingen. Burger war Chefdesigner bei diversen Textilunternehmen, zuletzt der – inzwischen geschlossenen, aber unter Denkmalschutz stehenden – Textildruckerei „Pausa“ in Mössingen. Seit seinem Ruhestand arbeitet er als freier Illustrator.

Und seine Madame Fatatabula wohnt nun also bei mir. Dank dafür!

Buchlounge_Gruppe 91/Herbert Rösler Kulturproduktion

(Hinweis: Dies ist die Einladung zur bereits vergangenen Veranstaltung. Ein kleiner Essay zu dem Thema, basierenden auf dem Gespräch mit Linda Li und meinen Vorarbeiten dazu, wird in absehbarer Zeit auf dieser Webseite zu lesen sein.)

„Die Welt ist in Wahrheit etwas, was wir machen und daher genauso gut auch anders machen können.“ (David Graeber, in: Direkte Aktion)

Liebe Freundinnen und Freunde,

für den kommenden Freitag, den 1. August um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) darf ich Euch zu einem Gespräch mit Linda Li einladen. Linda ist Teil der Gruppe 91/Herbert Rösler Kulturproduktion, der ich mich seit vielen Jahren freundschaftlich und respektvoll verbunden fühle. Ein Grund mehr also, um bei einem Buchlounge-Termin in einem Kunstgespräch ein wenig näher auf die Hintergründe der G91 einzugehen und von meiner Seite ein paar, wie ich hoffe erhellende, kulturwissenschaftliche Gedanken einzubringen.

In den späten 1960ern von Herbert Rösler (verstorben 2006) in Köln gegründet, residiert die Gruppe seit 1983 in Tübingen und dürfte vielen aus dem Stadtbild bekannt sein – und dabei vielleicht auch ein wenig befremdlich scheinen. Aber dem sollte nicht so sein, weshalb ich mich, den Euch allseits bekannten, rationalen Kulturwissenschaftler, endlich einmal dazwischen schalten muss.

Wie bereits in der Juni-Einladung angedeutet, habe ich die G91 zunehmend als „Soziale Plastik“, ein Begriff, der von Joseph Beuys geprägt wurde, zu begreifen gelernt. Darüber hinaus kamen mir beim Nachdenken über die G91 einige Ideen zum Thema Lebens-Kunst, autonomem Leben, Direkte Aktion in den Sinn, aber auch zur Standfestigkeit der gesellschaftlich geprägten Bedeutung von Begriffen. Dies am Rande, hauptsächlich soll ja Linda zur Geschichte der Gruppe in einem, wie ich denke, sehr spannenden Gespräch zu Wort kommen.

Und diese Buchlounge findet diesmal, eine Fortsetzung in situ, sprich in der Ausstellungshalle der G91. Wer mag ist, unabhängig vom Freitags-Termin, herzlich zu einem Besuch der Halle (Reutlinger Straße, Nähe Baseballplatz) am Sonntag, dem 3. August ab 15 Uhr eingeladen. Dort kann man sich einen Einblick in das Gesamtkunstwerk Herbert Röslers und der G91 verschaffen (virtuell zudem unter www.g91.eu). Und wer weiterhin unsicher sein sollte: Ich bin auch da, um Händchen zu halten.

Beste Grüße
Markus

(Eine Druckversion als PDF findet sich hier: Buchlounge_Gruppe 91_Herbert Rösler Kulturproduktion)