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Über Der Elevator

Markus Baumgart / Gölzstraße 22 / 72072 Tübingen / der.elevator (ät) freenet.de

5-Minuten-Benefiz-Lounge

Titelbild_5MBL

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Assoziationen zum Thema Flucht sind so mannigfaltig wie die Hintergründe der Flüchtlinge selbst. Die „5-Minuten-Benefiz-Lounge“, die am Freitag, dem 20. Februar 2015 im Club Voltaire stattfindet (Einlass ab 19 Uhr, Beginn der Veranstaltung 20 Uhr c.t.), setzt auf individuelle Hilfe und investiert das eingenommene Geld in Arbeits- und Bildungsprogramme des Asylzentrum Tübingen e.V. In diesen werden zum Beispiel mitgebrachte Dokumente zu Ausbildungs-Qualifikationen übersetzt oder es wird beratende und finanzielle Unterstützung bereitgestellt, die Flüchtlingen den Besuch von zertifizierten Deutschkursen ermöglicht. Durch den persönlichen Kontakt zum Asylzentrum ist sichergestellt, dass das Geld an der richtigen Stelle eingesetzt wird.

Den Namen verdankt die 5-Minuten-Benefiz-Lounge der Idee dahinter. Im Zuge von 5-Minuten-Beiträgen werden unterschiedlichste Themengebiete von unterschiedlichen Gastrednern dargeboten. Handfeste Themen wechseln sich dabei mit spielerischen Inhalten ab. In freundlicher Atmosphäre, bei leichtem Essen, einem Glas Wein und Musik, kann im Anschluss der Kernveranstaltung auf die Beitragenden zugegangen werden, um das ein oder andere Thema individuell zu diskutieren.

Wir – Sandra Briehl und Markus Baumgart – haben uns bewusst für diese Veranstaltungsform entschieden, die mit der Flüchtlingsproblematik thematisch freilich nur ganz lose verbunden ist. Zu diesem Thema gibt es gewiss bessere Experten als uns, weshalb wir uns entschlossen haben, das zu tun, was wir gut können: Ein ganz allgemeines, positives Zeichen gegen die momentan aufkeimenden, fremdenfeindlichen Tendenzen zu setzen – indem wir einen angenehmen und freundschaftlichen gemeinsamen Abend organisieren, dessen Einnahmen einem integrativen Zweck zugute kommen.

Der Eintritt ist frei, Spendenkassen stehen bereit. Der Club Voltaire stellt den Raum dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung, kümmert sich um den Getränkeausschank und beteiligt sich darüber hinaus mit einer Spende an dem Projekt.

Ob im Gespräch, in der Musik oder in die eigenen Gedanken vertieft, genießt einen angenehmen Abend der Begegnung – für einen guten Zweck!

Beste Grüße, wir freuen uns auf Euch
Sandra & Markus

Veranstaltungsplakat hier: Plakat_5MBL
Dank an Janosch Geiger für die Bereitstellung der Fotografie.

Und hier noch zwei weitere Veranstaltungshinweise:
Diesen Sonntag, den 15. Februar eröffnet Ava Smitmans um 11 Uhr ihre Kabinett-Ausstellung „Böblingen“ im Böblinger Kunstverein. Ich freue mich sehr darüber, meine alte Heimat nochmals neu aus Avas Sicht entdecken zu dürfen!
Und am Mittwoch, den 25. Februar führe ich um 19 Uhr im Künstlerbund Tübingen das Künstlergespräch mit Gerhard W. Feuchter im Rahmen dessen aktueller Ausstellung „Kafka x 3“. Ich hatte ja bereits das Vergnügen, die Einführung dazu halten zu können (der entsprechende Text ist inzwischen im „Bücherregal“ zu finden). Hier nun also eine weitere Gelegenheit, sich Gerhards Bildfindungen zu Kafka, im Dialog mit dem Künstler selbst, anzunähern.

Versuch einer erbaulichen Annäherung an Franz K.

Kafka

Am gestrigen Samstag hatte ich das Vergnügen, die Einführung zu Gerhard W. Feuchters aktueller Kafka-Ausstellung im Künstlerbund Tübingen zu halten. Und da der Text, soweit ich das aus den Rückmeldungen und meinem eigenen Gefühl heraus sagen darf, durchaus gelungen ist, stelle ich ihn hiermit ins Bücherregal: Kafka x 3

Was mir die Gelegenheit gibt, zudem zu notieren, zu welch grandios kafkaeskem Moment es während der Vernissage kam: Eine Leuchtröhre war ausgefallen. Wir haben ein bisschen an der Halterung rumgepfriemelt, nichts ging. Irgendwann ging die Lampe plötzlich doch an, brummte aber. Also wurde sie vorerst ausgeschaltet und erst nach dem Textteil wieder an – wobei sie nun nicht mehr brummte. Bis dann allerdings eine Sicherung rausflog und im ganzen Raum das Licht aus ging. Sicherung rein, Beleuchtung an. Als nächstes gab es einen lauten Knall, worauf die Sicherung erneut rausflog. Sicherung rein, ein weiterer Knall – und besagter Lampe entschweifte eine kleine, graue, verschmort riechende Rauchwolke, als es wäre es Kafkas düsterer Geist. Ja, leg Dich besser nicht mit Kafka an!

Zu später Stunde saß ich zu Hause und dachte nochmals ein bisschen über Kafka und die Verwandlung nach. Und da fiel mir mit einem Schlag diese abschließende Pointe auf: „Franz“ und „Gregor“ – geschenkt. Aber nun nimm den Kafka, tausch „k“ mit „s“, dann „f“ mit „m“ und Du erhältst: Kafka – Safsa – Samsa. Gregor Samsa.

Ich gehe mal davon aus, dass das in irgendeinem literaturwissenschaftlichen Kontext bereits althergebrachtes Gemeinwissen ist. Aber als es mir heute Nacht, im Nachklang des Tages, plötzlich wie eine Leuchtreklame vor den Augen aufblitzte, da fiel ich vor Lachen fast vom Sessel, schmiss ein Glas an die Wand (na ja, eigentlich nur eine leere Zigarillo-Schachtel in Richtung Küchenspüle) und dachte dabei: „Samsa Kafka, du verdammter Witzbold, irgendwie machst Du Dich doch über uns alle lustig…“ Und wenn dieser bescheuerte Franz K. in dem Moment hier neben mir auf dem Sofa gesessen hätte, ich schwöre, er hätte mir im Gelächter aufbrüllend auf die Schulter gehauen und nur gesagt: „Na, Alder, alles klar!?“

Buchlounge_Heimat/Keine Heimat

Heimat

Ich hoffe, Ihr seid gut ins neue Jahr gestartet und habt nun Lust, auch ins neue Buchlounge-Jahr zu starten. Das diesmal mit einem thematisch komplementären Doppeltermin startet:

Wir beginnen am Freitag, dem 6. Februar 2015 um 20:30 Uhr (geöffnet ab 20 Uhr) mit einem ganz regulären Buchlounge-Termin zum weiten Feld Heimat. Beiträge jeder Art dazu sind herzlich willkommen, der Phantasie seien keinerlei Grenzen gesetzt. Bringt einfach eine Idee, Geschichte, Anekdote, ein Gedicht, Lied, was immer Ihr wollt mit und setzt Euch auf die Bühne und ins dortige, wie Ihr wisst sehr moderate, Scheinwerferlicht! Einen etwas ausführlicheren Beitrag zu Hesse in Tübingen hat dankenswerterweise Angelika Stroppa angekündigt. Und selbstverständlich steht meinerseits ein eher assoziativer Beitrag mit Musik ebenfalls fest.

Dem folgt, auf Initiative von Sandra Briehl, eine 5-Minuten-Benefiz-Lounge am Freitag, dem 20. Februar 2015, ab 19 Uhr im Club Voltaire, in der wir das Thema komplementär aufgreifen. Nicht wirklich inhaltlich, aber in Form einer Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten von Arbeits- und Bildungsprogrammen des Asylzentrum Tübingen e.V.
Den Namen verdankt die 5-Minuten-Benefiz-Lounge der Idee dahinter: Im Zuge von 5-Minuten-Beiträgen werden unterschiedlichste Themengebiete von unterschiedlichen Gastrednern dargeboten. In freundlicher Atmosphäre, bei leichtem Essen, einem Glas Wein und Musik, kann im Anschluss der Kernveranstaltung auf die Beitragenden zugegangen werden, um das ein oder andere Thema individuell zu diskutieren.
Der Eintritt ist frei, Spendenkassen stehen bereit. Kommt vorbei und, ob im Gespräch, in der Musik oder in die eigenen Gedanken vertieft, genießt einen angenehmen Abend der Begegnung – für einen guten Zweck!

Und als abschließender Hinweis: Diesen Samstag um 11 Uhr wird im Künstlerbund Tübingen die Ausstellung „Kafka x 3“ von Gerhard W. Feuchter eröffnet, zu der die Einführung zu halten ich eingeladen wurde (Einladung Kafka x 3). Nicht nur deshalb, sondern grundsätzlich eine schöne Veranstaltung, um ins Wochenende zu starten!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Heimat_Keine Heimat

If I were a song

Brent Cash_How Strange It SeemsBrentCash_How Will I Know

Wäre ich ein Lied, dann sehr gerne eines auf einem Album von Brent Cash aus Athens, Giorgia. Nicht nur wüsste ich mich dort in allerbester Gesellschaft, ich würde auch auf dem großartigen Hamburger Label Marina Records von Frank Lähnemann und Stefan Kassel erscheinen sowie in einem von letzterem stilsicher gestaltete Cover stecken.

Brent Cash veröffentlichte dort bislang die beiden Alben „How Will I Know I’m Awake“ (2008) und „How Strange It Seems“ (2011) – und insbesondere letzteres ist wie dazu geschaffen, einen über die trübe Winterzeit in den Frühling hinüberzuretten. Kann man doch die Musik von Brent Cash unter das aparte Genre „Sunshine Pop“ subsumieren, das ursprünglich für amerikanische Musik der 1960er und 70er erfunden wurde, die ganz besonders sonnig und blumig daherkommt.

Und das beeindruckende an Brent Cash selbst: Über den Erfolg seiner Musik stellt er seine absolute Unabhängigkeit in den Produktionsmitteln – und veröffentlicht sie eben lieber auf einem liebevoll gepflegten, idealistischen und individualistischen Label, als sich einem großen Musikkonzern anzudienen. Dazu bemerkte er einmal, „dass ihm kommerzieller Erfolg nicht besonders wichtig sei. Er habe einen richtigen Job, und die Musik sei sein luxuriöses Hobby. ‚Sie macht mich glücklich.‘“* An diesem Glück teilzuhaben, lädt er uns mit seinen Alben ein.

„How Strange It Seems“ beginnt mit einer Trinität von Songs, die eine perfekte Pop-Single abgäben (und hätte ich ein paar Euro übrig, würde ich persönlich sie finanzieren wollen – vielleicht starte ich dazu ja noch eine kleine Crowdfunding-Initiative…).

Auf der A-Seite wäre „I Wish I Were A Song“, mit einem Intro, das an einen 1960er-Film-Soundtrack erinnert; dann ein paar ruhige Klavieranschläge, bevor das Lied nach und nach in voller Pop-Blüte aufbricht, mit einer opulenten Instrumentierung, die so manchem lächelnden Beach-Boy-Klassiker die Hand reicht, inklusive Surf‘s-Up-Elephant-Brass.

Auf der B-Seite zuerst das Stück „It’s Easier Without Her“, das sich in den Top-10-Himmel aller jemals erschienenen Songs über das alte Frau-Mann-Beziehungsspiel aufschwingt, getragen von Damenchor, Harpsichord und Trompete. Und den Abschluss bildete das instrumentale „I Can’t Love You Anymore Than I Do“, das jedem Retro-Spy-Movie als Titelsong zur Ehre gereichen würde und einen in 2:42 Minuten auf eine kleine musikalische Reise rund um die Welt mitnimmt.

Und so geht es weiter mit einer Kette brillanter Songs, bis hin zu „Don’t Turn Your Back On The Stars“ und der Mini-Oper „I Just Can’t Look Away“, die ein bisschen daherkommen, als spielten, sagen wir: die White-Album-Beatles Wagner und würden dann wiederum gecovert von Laibach.

Und das ganze Album endet, nach einem kurzen Epilog, mit einem sehr charmanten

„Plong“.

* Zitat: Christoph Dallach: „Geheimtipp Brent Cash. Ein luxuriöses Hobby namens Sunshine-Pop“, Spiegel Online, 03. Juni 2011; auch zu finden auf Brent Cashs eigener Webseite.

Die Würde des Menschen…

Die zweifelhafte Wuerde

Liebe Kinder,

es gab einmal eine Zeit, da galt Menschenwürde als ein Grundrecht. Und das galt für alle Menschen, ausnahmslos. Da verstand man die Gesellschaft als eine Solidargemeinschaft miteinander verbundener Menschen. Und die Politik hatte dafür zu sorgen, dass das gemeinsame Zusammenleben in diesem Sinne geregelt wurde.

Menschen, die ihre Arbeit, ihre Heimat, ihren Halt verloren hatten, galt weitgehend Mitleid für ihre zumeist unverschuldete, momentane Lebenssituation. Eben deshalb verstand man sie weiterhin als Teil dieser Solidargemeinschaft. Und man ließ ihnen ganz selbstverständlich die Hilfe zufließen, die notwendig war, um ihnen an erster Stelle eine weiterhin würdige Existenz zu ermöglichen, sie darüber hinaus jedoch langfristig wieder wirklich in die Alltagsstruktur der Gesellschaft einzugliedern. Dies zu regeln gab es Behörden, die als Mittel zum Zweck des Gemeinschaftswesens verstanden wurden. In diesem Sinne waren sie respektabel.

Und man sprach davon, dass man zwischenmenschliche Beziehungen „pflege“. Ja, so sagte man. Und meinte damit, dass solche Beziehungen es wert seien, achtsam behandelt zu werden. Man versuchte einen würdevollen Umgang unter- und miteinander zu pflegen. Von Angesicht zu Angesicht, von Gleich zu Gleich, oft im Gespräch, also im direkten Kontakt und in gegenseitiger Er-Kenntnis. Daraus entstand dann gegenseitiger Respekt.

Und, liebe Kinder, es gibt tatsächlich noch immer Menschen, die haben den Traum, dass den Menschen, allen Menschen diese respektvolle Würde zurückgegeben wird. Vor allem denen, die sich selbst maßlos entwürdigen, indem sie aus einer privilegierten Situation heraus gegen die treten, die sich in einer menschlichen Notlage befinden.

Euer Märchenonkel

Hinneigung zur Wuerde

Charlie Hebdo

Malewitsch_Das schwarze KreuzSelbstverständlich macht auch mich der Anschlag auf die Redaktion des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ betroffen: als Kulturschaffenden der Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit, als Pazifisten der kaltblütige Mord. Nun, das ist die bittere Wirklichkeit.

Darüber hinaus sind es allerdings vor allem zwei Dinge, die ich in dem Zusammenhang als besonders bedrückend empfinde: Zum einen freilich, dass nun wieder all die üblichen Idioten ihr Gut-Böse-Weltbild bestätigt zu sehen meinen. Zum anderen der Gedanke, dass der Anschlag wiederum nichts anderes ist als Ausdruck eines Kampfes von Fanatikern gegen Fanatiker, der lückenlos der althergebrachten und falschen Systematik kulturell-politischen Denkens entspringt. Was ich wohl näher erklären muss.

Auch als Verteidiger jeder Meinungsfreiheit war ich nie ein Freund von jedwelchen Mohammed-Karikaturen. Zumindest wenn sie von sei es christlicher, sei es atheistischer Seite kommen. Politisch mögen sie in mancher Hinsicht ihre Berechtigung haben. Dennoch drückt sich darin eben auch die Missachtung einer anderen Kultur aus, die wie im Islam nun mal unter anderem ein Bilderverbot kennt. Und zwar von einer Seite aus, die diesem Glaubens- und Gedankensystem im Grunde nicht verbunden ist (im Gegensatz z.B. zu den Papst-Satiren der „Titanic“, die damit kulturintern agiert). Womit man also von Kulturimperialismus sprechen könnte. Womit mir das Beharren darauf, eben genau daran die Meinungsfreiheit festzumachen, doch ein gutes Stück weit befremdlich erscheint. Für mich steckt dahinter eine gewisse besserwisserische Arroganz. Und damit ein sich aufklärerisch gebärdender Rassismus. Ist die Frage doch, wie weit man eine ganze Kultur diffamieren darf, nur um ein paar idiotische Fanatiker zu treffen? Und wo ist dabei die Grenze zu einem eigenen, überheblichen Fanatismus bzw. zu eigenem totalitären Denken? Und so wird dann ganz schnell mal wieder der „Kampf der Kulturen“ ausgerufen.

Womit wieder der erste Punkt ins Spiel kommt: Wäre es nicht endlich an der Zeit, grundsätzlich dieses System von Gut/Böse, Richtig/Falsch, Schwarz/Weiß aufzubrechen? Das System von „einen Standpunkt haben“ und zu glauben, von dort aus meinen zu können, gar zu wissen, was „wirklich richtig“ ist? Anstatt andere Meinungen, Lebensweisen und andere kulturelle Verhaltensweisen pluralistisch zu tolerieren? (Und, nein, das schließt Mord als Verhaltensweise keinesfalls mit ein, weil Mord nur ein Ausdruck totalitären Denkens in seiner radikalisierten Form ist. Im Übrigen insbesondere auch, wenn er von Staatsseite aus, gegebenenfalls per ferngesteuerter Drone, also in völlig abstrahierter Form, gegenüber möglicherweise andersdenkenden Menschen verübt wird.) Also zuzugeben, dass die eigene Meinung eben auch nur relativ ist, gesellschaftlich, historisch etc. geprägt?

Ja, genau diese Diskussion im Sinne eines wahrhaftig und grundsätzlich humanistischen Denkens würde ich mir nun wünschen.

Markus

Buchlounge_Literatur auf Schallplatte

Vinyl_Blog

Ich freue mich, Euch hiermit zur Dezember-Veranstaltung einladen zu können, mit der sich das vierte Buchlounge-Jahr dem Ende zuneigt. Ich kann’s auch kaum glauben, aber tatsächlich: seit nunmehr vier Jahren baue ich regelmäßig Monat für Monat mein Wohnarchiv auseinander und um und öffne die Türen für einen schönen, spannenden, witzigen, anregenden gemeinsamen Abend. Also das hoffe ich jedenfalls. So manches Mal dachte ich beim vorabendlichen Möbelrücken ja schon: Junge, bist du eigentlich völlig meschugge? Aber schließlich überwog jedesmal der sportliche Aspekt und der Ehrgeiz, die diversen Schweinehunde zu überwinden: Ha, ihr immobilen Möbel, mal schaun, wer mehr Geduld hat! Und ihr störrischen Papierbahnen, ich bring euch doch irgendwie vor das Regal, weil ich hier morgen Abend eine kleine temporäre Galerie haben möchte! Und ihr Weingläser, glotzt mich nicht so beleidigt an, irgendwann am Wochenende spül ich euch ja auch wieder! Und na gut, dann baue ich jetzt eben Käseigel No. XX zusammen. Usw. etc. pp. And the winner is…

Am kommenden Freitag, dem 5. Dezember 2014 ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) nun also ein buchstäblich dem Namen „Buchlounge“ entsprechender literarischer Abschluss mit Literatur-Schallplatten. Jedenfalls fast. Ihr kennt mich ja, selbstverständlich nähern wir uns auch diesem Genre eher vom obskuren Ende her an. Singende Schriftsteller? Kein Problem! Villon im österreichischen Großstadtjargon? Gerne! Kurzgedichte in weststeirischer Mundart? Aber sicher doch! Sleazy Kabarettstücke? Freigegeben ab 18 Jahre! Vorweihnachtliche Kabinettstückchen? Keine…äh, kann wer noch was mitbringen, bitte, gerne? Hach, die Welt ist doch einfach voll von akustischen Kulturartefakten, die gerne mal wieder Gehör finden möchten!

Im Anschluss an den literarischen Teil dann das inzwischen traditionelle Schrott-Wichteln, jedenfalls insofern Ihr alle ein kleines Päckchen mitbringt und in den Nikolaussack werft.

Und, hast du nicht gesehen, steht auch schon wieder die Frage nach Silvester im Raum. Hier bitte ich um kurze Rückmeldung, wer Lust auf eine Silvester-Lounge im bekannten Ambiente hätte. Je nach Rücklauf versuche ich dann, mein Bestes zu tun. Ein kleiner Rundbrief zum Jahresabschluss wird’s vermelden.

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Literatur auf Schallplatte

Universum Schachtel Tisch Stuhl Riese Turm Universum

Der Spezialist

Als kleiner Bursche, der schon immer gerne in den Himmel und Löcher in die Luft geguckt hat, habe ich mir die Unendlichkeit des Universums so erklärt:

Unser ganzes sichtbares Universum befindet sich in einer Schachtel. Diese Schachtel liegt auf einem Tisch. Vor dem Tisch steht ein Stuhl. Auf dem Stuhl sitzt ein Riese. Der Riese bewacht die Schachtel. Das alles befindet sich in einem Turm. Dieser Turm ist Teil eines weiteren, noch größeren Universums. Dieses übergeordnete Universum befindet sich in einer Schachtel. Diese Schachtel liegt auf einem Tisch. Vor dem Tisch…

Und das geht unendlich so weiter. Aber diese Form von Unendlichkeit hat mich dann keinesfalls mehr gestört – denn sie hatte ja eine klar definierte Struktur.

Diese Geschichte habe ich im Rahmen der November-Buchlounge mit Gyjho Frank erzählt, als wir das Thema Mikrokosmos–Makrokosmus diskutierten. Und am übernächsten Morgen wache ich recht früh auf, und weiß plötzlich: eigentlich muss das ja gar nicht unendlich so weitergehen, eigentlich ist es ja viel einfacher, weil nur zwei Universen genügen, die ineinander übergehen.

Also: Universum 1 befindet sich in Schachtel 1. Diese Schachtel 1 plus Tisch, Stuhl, Riese, Turm, weiteres Universum befinden sich in einer weiteren Schachtel 2. Diese Schachtel 2 plus Tisch, Stuhl, Riese, Turm, Universum befinden sich aber nun nicht in einer weiteren Schachtel, sondern wiederum in der Schachtel 1, die im Universum 1 auf dem Tisch liegt. Womit wir wieder beim Anfang der Geschichte wären.

Selbstverständlich gibt es damit auch kein Außerhalb mehr, da jedes Außerhalb analog zu einem Möbiusband zugleich wieder ein Innerhalb ist. Außer vielleicht das blanke Nichts, die absolute Nicht-Existenz – aber die wäre ja irgendwie ziemlich öde.

Eigentlich alles ganz einfach.

Buchlounge_Gyjho_New Planet

Gyjho_New Planet

Ein kurzer Rückblick auf das aktuelle Buchlounge-Jahr zeigt: es war tatsächlich ein recht umfangreiches Kunstlounge-Jahr, wenn man die beiden Themenabende zum Ersten Weltkrieg mit einrechnet. Und wie bei den beiden Veranstaltungen mit Gabriele Juvan und Linda Li betreten wir dieses Mal erneut den Pfad zeitgenössischer Kunst. Ich freue mich sehr, dass am kommenden Freitag, dem 7. November ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) Gyjho Frank mein Gast sein wird und mit mir ein spannendes Gespräch über Kunst führen wird.
Gyjho, geboren 1954 in Cottbus und seit langem in Filderstadt ansässig, wusste sehr früh, dass es für ihn nur eine Laufbahn gab: die des Künstlers. So dass dieses Jahr dann auch ein Katalogbuch zu seinem bereits 40jährigen Jubiläum als Künstler im Ernst Wasmuth Verlag erschien – wo ich meinem Broterwerb nachgehe und auf Grund dieser Veröffentlichung Gyjho näher kennenlernen durfte. Insbesondere schätze ich Gyjho nicht nur auf Grund seiner farbmächtigen Bilder, sondern auch wegen der naturwissenschaftlichen Gedanken, die in sein Werk einfließen. Eine spannende Verbindung, der ich in diesem Gespräch gerne etwas ausführlicher nachgehen möchte.
Vorab mag für die allumfassende Weltsicht, die sich in Gyjhos Bilder ausdrückt folgendes Zitat stehen: „Es gibt weder Materie noch Nichtmaterie, die nicht lebt. Und alles, was lebt, kommuniziert. Kommunikation ist ein vielfältiges Weitergeben von Informationen. Kleinste Teilchen oder Galaxien – Organisches oder Nichtorganisches beinhaltend – erfreuen sich steten Austausches aller Möglichkeiten.“
Und in diesem Sinne freuen sich Gyjho und ich auf einen interessanten, kommunikativen und lebhaften Austausch und Abend mit Euch!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Gyjho_New Planet

Buchlounge_Legenden der DDR

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Liebe Genossinnen und Genossen,

die Buchlounge am kommenden Freitag, den 3. Oktober ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr), erinnert zwar nicht an die Oktober-Revolution, aber sie fällt in diesem Jahr auf den Deutschen Nationalfeiertag, dem Tag des offiziellen Beitritts der Fünf Neuen Bundesländer (FNB) zur BRD. Ein Grund mehr, sich im Rahmen der Buchlounge endlich ein Mal der kulturellen und musikalisch Seite der an diesem Tag der Konterrevolution erlegenen bzw. still entschlafenen und in einem unrevolutionären Winkel der Geschichte vergrabenen (steht sie vielleicht deswegen insbesondere gerne als rechter Wiedergänger wieder auf?) DDR zu widmen.
Das Grundgerüst dazu werden der Kulturoffizier Kauth und der ZK-Lounge-Vorsitzende Baumgart liefern, u.a. mit Anmerkungen zu dem gelegentlich durch unsere Pastorentochter Angela promoteten Film „Die Legende von Paul und Paula“, Nina Hagens „Farbfilm“ oder der Schriftstellerin Brigitte Reimann. Und selbstverständlich mit zahlreichen, großartigen Beispielen von unter dem VEB-Label Amiga veröffentlichter Musik. (An diesem Abend werden freilich ausschließlich Amiga-Platten zu Gehör gebracht.) Darüber hinaus sind jedwede Beiträge von Eurer Seite zu diesem Thema oder zu „Niemand-hat-die-Absicht-eine-Mauer-(in unserem Kopf)-zu-bauen!“ äußerst willkommen!

Zudem möchte ich Euch bereits an dieser Stelle bitten, den Buchlounge-Termin am 7. November vorzumerken. Da wird der in Filderstadt lebende Künstler Gyjho Frank zu einem Künstlergespräch zu Gast sein. Ich schätze Gyjho nicht nur auf Grund seiner farbmächtigen Bilder, sondern auch wegen der naturwissenschaftlichen Gedanken, die in sein Werk einfließen. Dieser Verbindung möchte ich an dem Abend gerne ein wenig ausführlicher nachspüren. (Siehe vorab: www.gyjho.de oder, bis 26. Oktober, die aktuellen Ausstellung in der Städtische Galerie Filderstadt-Bonlanden, zusammen mit HWP Diedenhofen.)

Außerdem nochmals kurz die Erinnerung an das in der letzten Rundmail angekündigte Event in der Städtischen Galerie Böblingen, unter meiner Beteiligung, diesen Sonntag ab 16 Uhr. Und der Hinweis auf die Frankfurter Buchmesse, auf der ich Euch vom 8. bis 12. Oktober in der Halle 4.1, am Stand K 90 jederzeit gerne mit Kaffee, Wasser, Keksen zu einem Gespräch willkommen heiße.

Mit solidarischen Grüßen
Markus und Carsten, Helden der Arbeit

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Legenden der DDR

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