If I were a song

Brent Cash_How Strange It SeemsBrentCash_How Will I Know

Wäre ich ein Lied, dann sehr gerne eines auf einem Album von Brent Cash aus Athens, Giorgia. Nicht nur wüsste ich mich dort in allerbester Gesellschaft, ich würde auch auf dem großartigen Hamburger Label Marina Records von Frank Lähnemann und Stefan Kassel erscheinen sowie in einem von letzterem stilsicher gestaltete Cover stecken.

Brent Cash veröffentlichte dort bislang die beiden Alben „How Will I Know I’m Awake“ (2008) und „How Strange It Seems“ (2011) – und insbesondere letzteres ist wie dazu geschaffen, einen über die trübe Winterzeit in den Frühling hinüberzuretten. Kann man doch die Musik von Brent Cash unter das aparte Genre „Sunshine Pop“ subsumieren, das ursprünglich für amerikanische Musik der 1960er und 70er erfunden wurde, die ganz besonders sonnig und blumig daherkommt.

Und das beeindruckende an Brent Cash selbst: Über den Erfolg seiner Musik stellt er seine absolute Unabhängigkeit in den Produktionsmitteln – und veröffentlicht sie eben lieber auf einem liebevoll gepflegten, idealistischen und individualistischen Label, als sich einem großen Musikkonzern anzudienen. Dazu bemerkte er einmal, „dass ihm kommerzieller Erfolg nicht besonders wichtig sei. Er habe einen richtigen Job, und die Musik sei sein luxuriöses Hobby. ‚Sie macht mich glücklich.‘“* An diesem Glück teilzuhaben, lädt er uns mit seinen Alben ein.

„How Strange It Seems“ beginnt mit einer Trinität von Songs, die eine perfekte Pop-Single abgäben (und hätte ich ein paar Euro übrig, würde ich persönlich sie finanzieren wollen – vielleicht starte ich dazu ja noch eine kleine Crowdfunding-Initiative…).

Auf der A-Seite wäre „I Wish I Were A Song“, mit einem Intro, das an einen 1960er-Film-Soundtrack erinnert; dann ein paar ruhige Klavieranschläge, bevor das Lied nach und nach in voller Pop-Blüte aufbricht, mit einer opulenten Instrumentierung, die so manchem lächelnden Beach-Boy-Klassiker die Hand reicht, inklusive Surf‘s-Up-Elephant-Brass.

Auf der B-Seite zuerst das Stück „It’s Easier Without Her“, das sich in den Top-10-Himmel aller jemals erschienenen Songs über das alte Frau-Mann-Beziehungsspiel aufschwingt, getragen von Damenchor, Harpsichord und Trompete. Und den Abschluss bildete das instrumentale „I Can’t Love You Anymore Than I Do“, das jedem Retro-Spy-Movie als Titelsong zur Ehre gereichen würde und einen in 2:42 Minuten auf eine kleine musikalische Reise rund um die Welt mitnimmt.

Und so geht es weiter mit einer Kette brillanter Songs, bis hin zu „Don’t Turn Your Back On The Stars“ und der Mini-Oper „I Just Can’t Look Away“, die ein bisschen daherkommen, als spielten, sagen wir: die White-Album-Beatles Wagner und würden dann wiederum gecovert von Laibach.

Und das ganze Album endet, nach einem kurzen Epilog, mit einem sehr charmanten

„Plong“.

* Zitat: Christoph Dallach: „Geheimtipp Brent Cash. Ein luxuriöses Hobby namens Sunshine-Pop“, Spiegel Online, 03. Juni 2011; auch zu finden auf Brent Cashs eigener Webseite.

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