Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum, meist geht man daran vorbei und beachtet sie kaum. Manchmal jedoch hält man inne und fragt sich: Wer hat das Kunstwerk geschaffen, was hat sich der Künstler dabei gedacht, was will er damit ausdrücken, warum steht es grade an diesem Ort?

Kunstwerke im öffentlichen Raum werden nicht selten kontrovers diskutiert, insbesondere wenn es sich um Neuaufstellungen handelt, und zwar in einer breiteren Öffentlichkeit. Allein dies zeigt ihre Bedeutsamkeit. Anders als bei einem gezielten Galeriebesuch trifft man auf sie unvermittelt, niederschwellig, unumgänglich. Sie bringen Kunst in die Alltagswelt. Zugleich stellen sie Interventionen in den Stadtraum oder die Natur dar und treten damit – anders als im Museum – in eine unmittelbare Wechselwirkung mit ihrer Umgebung. Auch können sie anders genutzt und besetzt werden: Sie dienen als Treffpunkt, Ruheort, Klettergerüst für Kinder. Manche setzten aktuelle (stadt-)politische Statements. Sie sind also als Kunstwerke Teil unseres alltäglichen Lebensraums.

Auch im Böblinger Stadtgebiet kann jederzeit und ganz direkt rund 110 Kunstwerken begegnet werden. Viele sind ganz offen-sichtlich, andere eher versteckt. Für die Webseite des Böblinger Galerievereins (dessen 2. Vorsitzender ich bin), habe ich zu diesem Thema eine eigene Unterseite erstellt, zu der man über diesen Link gelangt.

return to SENDER

Eleven RT

Im letzten Jahr war das Projekt kunstort ELEVEN artspace zu Gast in den Galerieräumen des Kunstmuseums Reutlingen. Zur MailArt-Installation „return to SENDER“ im Rahmen der Ausstellung habe ich mich mit einem kleinen Beitrag in Form eines Briefes – selbstverständlich auf dem Postweg – beteiligt:

MailArt_MB

Die Klang- und Performancekünstlerin Monika Golla und der Installationskünstler Frank Fierke, die das Projekt tragen und die Ausstellung kuratiert haben, schreiben dazu in ihrer Online-Dokumentation:

„Wie unglaublich fies……!! How mean is this MailArt by Markus Baumgart:
‚This envelope is empty or not empty, so please in any case DO NOT OPEN IT! It may contain an important message, a declaration of love, a picture of a cat, a false knowledge, an infinitely small or huge, banal or significant art work, a few remaining atoms of Tübingen air? SO PLEASE DO NOT OPEN THIS ENVELOPE!‘
Frank and I disagree – he says, as artists we should respect the written words and not open it. I say, just as artist we should accept the challenge and break the rules and of course open it! … What do you think? Until now WE have not opened it (…not yet)!! :-)“

Und ein Kommentator: „Burn it.“ – Wozu ich meine: Okay, aber ohne dabei zuzuschauen, am besten mit verbundenen Augen. Und danach bitte unbeobachtet und mit weiterhin verbundenen Augen die Asche vom Wind davontragen lassen. Damit dieses kleine Werk weiterhin existiert. Oder nicht existiert.

Pop Art – Gesellschaftskritik – NO!art

POP

In der Fortführung meiner Gedanken zur Abstraktion und dem gesellschafts-politischen Gehalt künstlerischen Schaffens übernahm ich im Wintersemester 1996/97 im Rahmen des Seminars „‘High & Low‘ – Moderne Kunst und Trivialkultur“ ein Referat zu einer weiteren Kunstrichtung, die mich beeindruckt hatte, seit ich Kunst bewusst wahrnahm: der Pop Art. Und mit großem Vergnügen versuchte ich dabei, ein paar – meiner Ansicht nach – triviale und pseudo-gesellschaftskritische Interpretationsmuster zu zerpflücken. So sehr ich Beuys, Vostell et al. ganz hoch schätze, in meinen Augen legten selbst sie gelegentlich diese nervige deutsche Besserwisserei an den Tag, die dann auch noch ziemlich platt von einigen deutschen Kunst- und Kulturkritikern reproduziert wurde. Na ja, meine Interpretation, die sich folgendermaßen liest: Pop Art_ Gesellschaftskritik_NO!art

Das Kunstwerk in der Postmoderne

nicht rot

Hiermit ein Essay, der im Rahmen des Kunstgeschichte-Seminars „Rezeptionsästhetik und Kunstvermittlung“ im Wintersemester 1994/95 entstand. Ein Text, in dem ich mir im Schreibprozess meiner Begeisterung für das abstrakte Bildwerk klar zu werden versuchte, vermischt mit dem Anspruch, Ratio und Emotion in ein ausgeglichenes Verhältnis zu setzen – und damit einer ethischen Komponente. Eine Semesterarbeit, zu der meine damalige Professorin Annegret Jürgens-Kirchhoff anmerkte: „Bei allen Einwänden eine außerordentlich eigenwillige und eigenständige Arbeit, die von hohem Problembewußtsein zeugt.“ Voilà! Übrigens tat sie das auf einem Schreibmaschinen-Ausdruck, denn dies war meine letzte Prä-Computer-Hausarbeit – die ich dementsprechend nun erst scannen, via OCR umwandeln und neu zusammensetzen musste, um sie ins hier im PDF-Format präsentieren zu können: Das Kunstwerk in der Postmoderne