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Über Der Elevator

Markus Baumgart / Gölzstraße 22 / 72072 Tübingen / der.elevator (ät) freenet.de

Buchlounge_Außerndienst et al.

marlis-albrecht_montage

Diesen Freitag wird um 19 Uhr im Museum der Stadt Kornwestheim im Kleihues-Bau eine Ausstellung mit Bildern von Marlis Albrecht eröffnet. Auf geheimnisvoll-lyrische Weise vereinigen sich im Werk der Künstlerin durch Gegenüberstellung Waldbilder mit solchen des menschlichen Antlitzes. Marlis Albrecht arbeitet in einer ganz eigenen Technik mit dem Gestaltungsmaterial Wachs, das die erhaben-kontemplative Wirkung hinter der augenscheinlichen Ästhetik ihrer Bilder unterstreicht. Da in Kürze das Begleitbuch zur Ausstellung im mir brötchengebenden Verlag erscheint und ich im Hintergrund ein wenig für die Betreuung desselben verantwortlich war, ist mir die Vernissage nicht nur Vergnügen sondern auch ein bisschen Pflicht. Weshalb wegen des Außendiensts die Buchlounge diesmal außer Dienst ist. Ich könnte jedoch für Schnellentschlossene eine Mitfahrgelegenheit ab Tübingen, 17:30 Uhr anbieten und bitte um kurzfristige Rückmeldung, um gegebenenfalls ein zweites Auto organisieren zu können.

Ein zweiter Kunsttermin, den ich an dieser Stelle empfehlen möchte, ist das Kunstfestival im Rahmen des 2. Internationalen Künstlersymposiums im kunstort ELEVEN in Starzach-Börstingen, geleitet von Monika Golla und Frank Fierke, am 15./16. Oktober. Mit Sicherheit eine ganz besondere Gelegenheit, ein Wochenende flanierend inmitten vieler inspirierender Performances zu verbringen.

Und eine letzte Vorschau, diesmal in eigener Sache: Im Club Voltaire Tübingen ist am Freitag, den 11. November 2016 auf meine Einladung hin Frank Apunkt Schneider mit seinem Vortrag „Deutschpop halt’s Maul!“ zu Gast. An den Vortrag schließen sich Kneipenbetrieb mit Beatclub-Party an (an den Plattenspielern: Guess who, surprise, surprise! ;-)). Weitere Infos folgen in einem kommenden Newsletter bzw. sind bereits auf der Webseite des Club Voltaire abrufbar. Bitte unbedingt jetzt schon vormerken, denn das verspricht ein wunderbar trashiger Abend zu werden!

(Beitragsbilder mit Dank an die Künstlerin Marlis Albrecht: „Walden XXII“ und „Bollenflug II“)

Buchlounge_Summertime Blues

Summertime Blues

Wer wollte behaupten, es gäbe kein Heilmittel gegen den Summertime Blues, wenn man sich doch ganz einfach zusammensetzen kann, um gemeinsam mit netten Menschen bei Fingerfood und alkoholischen Getränken selten gehörte Musik zu hören? Genau dafür habe ich für diesen Freitag, den 2. September 2015 ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) ein Musikprogramm zusammengestellt, das ein paar wirklich deprimierend triste Songs beinhaltet, bei denen einem jede Sommerlaune vergehen könnte. Wäre da nicht das Drumherum, das das Ganze wiederum höchst amüsant macht. Im Angebot hätte ich: Lance Kaufman featuring the Rain Forest Wrecking Crew in all ihrer Destruktivität, nebst einem kleinen Exotica-Exkurs featuring Korla Pandit, the Godfather of Exotica. Ein Beispiel für die tiefsten Tiefen pubertären Herzschmerzes, ergänzt durch ein Beispiel, wie man da ganz funky wieder raus kommt. Sowie das möglicherweise niederschmetternd drögste Hawaii-Album, das jemals aufgenommen wurde, und auch dieses freilich konterkariert durch wundervolle, original hawaiianische Popmusik, mit der schließlich der gesellige Teil des Abends eingeleitet werden soll. Enjoy your depression!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Summertime Blues

Buchlounge_Das weltweite Netz

Das weltweite Netz

Die digitale Vernetzung bildet die Grundlage für das Informationszeitalter – zunehmend allerdings auch für ein Desinformationszeitalter, wenn man sich die ein oder andere politische und gesellschaftliche Entwicklung vergegenwärtigt. Ebenso kursiert über „Die Anfänge des Internets“ so manche Desinformation. Verbreitet ist etwa ein vom „Time“-Magazin in die Welt gesetzter Mythos, das Internet sei eine US-militärische Entwicklung zur Sicherung der inneren Sicherheit im Falle eines Atomkriegs.
Jürgen Eichenbrenner hingegen klärt uns am kommenden Freitag, den 1. Juli 2016 um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr), ausgehend von Bertolt Brechts „Radiotheorie“, fundiert darüber auf, worin der technische und soziale Unterschied zwischen analogen und digitalen Netzen besteht. Dabei liest er unter anderem Passagen aus Katie Hafners gedrucktem Buch „Die Anfänge des Internets“ vor.
Um Störungen durch Handy- und desinformierte Smartphonebenutzer zu verhindern, steht (neben den sowieso bereits gut abschirmenden Betonwänden des Veranstaltungsraumes) ein Handy-Störsender und WLAN-Blocker bereit, der bei Bedarf eingeschaltet wird, um eine ungestörte Lesung und fruchtvolle Diskussion, etwa über Filterblasen, zu ermöglichen.

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Das weltweite Netz

Roll into Electricity

Panther Burns

Der hier abrufbare Text: Roll into Electricity befasst sich mit einer Band bzw. eher einem losen Kollektiv von Musikern um die zentrale Figur Tav Falco herum, das Mitte der 1980er-Jahre meine Aufmerksamkeit weckte und dessen Aktivitäten ich seither mal mehr, mal weniger intensiv verfolg(t)e – was freilich auch daran liegt, das Panther Burns in den letzten Jahren mal mehr, mal weniger aktiv waren.* Ausformuliert hatte ich den Text für einen Vortrag plus DJing im „Wiesengrund“ in den Katakomben des Sudhaus Tübingen, einer dreimonatigen Veranstaltungsreihe im Sommer 1999 oder 2000, die man als Keimzelle der etwa sieben Jahre währenden, jeden Dienstag stattfindenden Veranstaltungsreihe „Zátopek im Club Voltaire“ ab April 2001 betrachten darf – deren Gründungsmitglied ich dann wiederum war. Insofern beinhaltet der Text nicht nur einige der weiterhin für mein Denken und kulturwissenschaftliches Interesse relevanten Themen. Er ist für mich auch bedeutsam als quasi Keimzelle meiner öffentlichen Aktivitäten als Veranstalter, Vortragender und DJ. Hach!, these foolish, sentimental things…

* Tav Falco veröffentlichte 2011 mit „Ghosts behind the Sun: Splendor, Enigma & Death“ (Creation Books, o.O.) eine umfassende Musikgeschichte Memphis’, die selbstverständlich auch die Geschichte von Panther Burns erzählt. Zusammen mit „Bluff City Underground: A Roman Noir of the Deep South” von Erik Morse (ebd.) bildet sie das Diptychon „Mondo Memphis“ vol. 1 & 2.

Die gesellschaftspraktische Virtualität

Futurion

Mitte 1996 nahm ich an einem vom Forum Futurion ausgeschriebenen Essay-Wettbewerbs mit dem Thema „Die Informationsgesellschaft im neuen Jahrtausend – Bedrohung oder Chance für Mensch und Kultur?“ teil. Hinter selbigem „Futurion“ standen wohl, neben der Uni Witten-Herdecke, Thyssen und Wirtschaftswoche – was ich erst wieder recherchieren musste, weil ich außer einer Kopie meines Beitrags keine Unterlagen finde (ich denke, ich bin auf den Wettbewerb über ein Plakat an der Uni aufmerksam geworden, und mir ziemlich sicher, nie eine Rückmeldung zu meinem eingereichten Text erhalten zu haben), und wobei ich lustiger weise über den Online-CV der damaligen 1. Preisträgerin stolperte, die dort den Titel des Wettbewerbs allerdings anders angibt, als in meinem Beitrag vermerkt. Verdammt, hab ich ihn womöglich wegen eines Formfehlers nicht gewonnen? Na ja, vielleicht hätte ich in diesem Umfeld aber auch einfach nicht gleich mit Marx ins Haus fallen sollen. :-) Jedenfalls hatte ich mir redlich Mühe gegeben und eigentlich auch nicht nur Unsinn geschrieben. Interessant scheinen mir in meinem Essay vor allem die „Science-Fiction-Teile“ (wie es eine Freundin und Kommilitonin damals in ihrem schriftlichen Feedback ausdrückte – erfreulicherweise fand ich wenigstens dieses meiner Kopie angeheftet). Insbesondere wenn man sie mit der heutigen Realität, exakt 20 Jahre später, vergleicht. Und eben diese historische Perspektive macht die Lektüre meines Essays – denke ich zumindest – weiterhin recht interessant. Hier wäre er: Die gesellschaftspraktische Virtualität

Pop Art – Gesellschaftskritik – NO!art

POP

In der Fortführung meiner Gedanken zur Abstraktion und dem gesellschafts-politischen Gehalt künstlerischen Schaffens übernahm ich im Wintersemester 1996/97 im Rahmen des Seminars „‘High & Low‘ – Moderne Kunst und Trivialkultur“ ein Referat zu einer weiteren Kunstrichtung, die mich beeindruckt hatte, seit ich Kunst bewusst wahrnahm: der Pop Art. Und mit großem Vergnügen versuchte ich dabei, ein paar – meiner Ansicht nach – triviale und pseudo-gesellschaftskritische Interpretationsmuster zu zerpflücken. So sehr ich Beuys, Vostell et al. ganz hoch schätze, in meinen Augen legten selbst sie gelegentlich diese nervige deutsche Besserwisserei an den Tag, die dann auch noch ziemlich platt von einigen deutschen Kunst- und Kulturkritikern reproduziert wurde. Na ja, meine Interpretation, die sich folgendermaßen liest: Pop Art_ Gesellschaftskritik_NO!art

Das Kunstwerk in der Postmoderne

nicht rot

Hiermit ein Essay, der im Rahmen des Kunstgeschichte-Seminars „Rezeptionsästhetik und Kunstvermittlung“ im Wintersemester 1994/95 entstand. Ein Text, in dem ich mir im Schreibprozess meiner Begeisterung für das abstrakte Bildwerk klar zu werden versuchte, vermischt mit dem Anspruch, Ratio und Emotion in ein ausgeglichenes Verhältnis zu setzen – und damit einer ethischen Komponente. Eine Semesterarbeit, zu der meine damalige Professorin Annegret Jürgens-Kirchhoff anmerkte: „Bei allen Einwänden eine außerordentlich eigenwillige und eigenständige Arbeit, die von hohem Problembewußtsein zeugt.“ Voilà! Übrigens tat sie das auf einem Schreibmaschinen-Ausdruck, denn dies war meine letzte Prä-Computer-Hausarbeit – die ich dementsprechend nun erst scannen, via OCR umwandeln und neu zusammensetzen musste, um sie ins hier im PDF-Format präsentieren zu können: Das Kunstwerk in der Postmoderne

Dichte Beweisführung

Die Zigarre

Gut 20 Jahre nach Aufnahme und knapp 12 Jahre nach Abschluss meines Studiums der Empirischen Kulturwissenschaft am Ludwig-Uhland-Institut der Eberhard Karls Universität Tübingen sitze ich dieses Sommersemester 2016 erneut für zwei Stunden der Woche im dortigen Seminarraum – diesmal als nebenberuflicher Freier Lehrbeauftragter. Ich bin nun wahrhaftig nicht sentimental gegenüber der Vergangenheit, aber es entlockt mir doch ein Schmunzeln, dass ich bereits 1998/99 im Rahmen unserer Fachschaftsarbeit über einen Artikel in der traditionellen, aber unregelmäßig erscheinenden Fachschaftszeitschrift „jüngstes gerücht“ versuchte, den EKW-Noviz*innen zu erklären, wie meiner Ansicht nach die EKW funktioniert. Und weil dieser Text sich eigentlich noch immer ganz amüsant liest, und weil es darin vornehmlich auch um den von mir sehr geschätzten Peter „Columbo“ Falk geht, veröffentliche ich ihn hiermit nochmals: Dichte Beweisführung

Buchlounge_Eine kurze Kulturgeschichte der Gitarre

Floete und Laute

Im Rahmen der Buchlounge am kommenden Freitag, den 3. Juni um 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr), wird uns Gotthold Balensiefen eine kurze Geschichte der Gitarre erzählen. Selbst im Nürtinger Gitarrenorchester aktiv und stets auf der Suche nach den Spuren, die die Gitarre im Lauf der Zeiten in der literarischen Kulturgeschichte hinterlassen hat, können wir uns auf einen kenntnisreichen und vielseitigen Vortrag in Worten, Bildern und einigen Musikstücken freuen.
Die Gitarre ist nicht nur nach der aktuellen Statistik das beliebteste Musikinstrument in Deutschland, sondern seit alters her ein Kult(ur)gut, das in Literatur, Malerei und plastischer Kunst dargestellt und in Geschichten gekleidet wird. Wie dieses Stück Holz mit mehr oder weniger Saiten sich gewandelt hat, als apollonisches Instrument über die Flöte des Marsyas triumphierte, aber selbst durch die Weiterentwicklung des Cembalos über Lautenklavier und Clavichord zum wohltemperierten Klavier Johann Sebastian Bachs ins Hintertreffen geriet – bis Musiker aus anderen Musikwelten mit neuen technischen Möglichkeiten ihre Renaissance einleitete, darum soll es an diesem Freitag gehen.

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Eine kurze Kulturgeschichte der Gitarre