Sechs Jahre Buchlounge

knochensaurier

Kaum zu glauben, aber war, die Buchlounge wird an diesem Freitag sechs Jahr! Äh, nee: sechs Jahre alt! Verdammt, auch nicht. Nochmals: Kaum zu glauben, aber wahr, die Buchlounge wird am kommenden Freitag alt sechs Jahr!
Na toll, weder ein holpererfreier Zeitungsanzeigenpoesie-Reim noch ein gescheites Thema in Sicht. Pfft, Geburtstage eben. Egal, beim 40sten dann halt (einigermaßen barrierefrei ist es hier ja, haha). Dennoch: Was nun tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen?
Moment! Das ganze Gekalauere erinnert mich daran: Seit einem Abendempfang neulich ist in gewissen Buchlounge-Kreisen Monty Pythons Lachsschaumspeise-Gag aus „Der Sinn des Lebens“ virulent. Warum also nicht zu einem Fischgericht laden? Hinterlegt mit gepflegter klassischer und Jazz-Musik (höhö)? Ja, das könnte es sein, quasi die Essenz aus sechs Buchlounge-Jahren: Fish’n’Trash – enjoy the experience!
Und da haben wir die Majonäse: Diesen Freitag, den 2. Dezember 2016 ab 20 Uhr gibt es einen Meeresfrüchte-Gemüse-Eintopf und die gewohnte Getränkekarte an selten gehörten Schallplatten. Wer davor zu früh flieht, verpasst leider das alljährliche Schrottwichteln (wir sind schließlich traditionell konservativ). Dementsprechende Päckchen dürfen, wie bei der Dezember-Buchlounge bislang üblich, beschämt dezent und anonym am Eingang in den Bescherungssack gesteckt werden. Wer seinen Schrott vorbeibringt, darf anderen mitnehmen. Das aber zumindest beschwingt durch auserlesene Weihnachtsmusik. Keine Frage!

Deutschpop halt’s Maul

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Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik. An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom „Fremdwerden in der eigenen Sprache“ (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.

Ein Vortrag von Frank Apunkt Schneider im Club Voltaire Tübingen. Mit anschließendem Kneipenbetrieb und Beatklub, am Vinyl: Der Elevator.

Flyer_Deutschpop halt’s Maul

Buchlounge_Blumen für Marlene

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„Sag mir wo die Blumen sind“ wurde im Jahr 1962 in der Version von Marlene Dietrich ein populärer Klassiker. Doch das Lied hatte da bereits eine fast dreihundert Jahre alte Geschichte hinter sich. Es wanderte aus Sachsen nach Amerika aus, befeuerte die Oktoberrevolution in Russland, wurde mit Pete Seeger und dem amerikanischen Folk berühmt – und schließlich in Deutschland mit Steinwürfen empfangen.

Der Lyriker, Literaturwissenschaftler und Journalist Dr. Ulrich Stolte hat die internationale Geschichte dieses Liedes recherchiert und präsentiert die Ergebnisse in einem multimedialen Vortrag bei der Buchlounge am kommenden Freitag, den 4. November 2016, 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr). Er zeigt außerdem, wie die deutsche Dichtung der Aufklärung in das Schaffen von Walt Disney, Quentin Tarantino und Oliver Stone geflossen ist. Es gibt also wiedermal jede Menge zu lernen!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Blumen für Marlene

Halloween im Pausenhof

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Am morgigen Montag laden Markus „Red Ford“ und Markus „Der Elevator“ ab 21:30 Uhr zum inzwischen traditionellen Halloween Monster Mash in den „Pausenhof“ am Sternplatz. Wie immer ziehen wir ungeheuer gute Musik aus den Eingeweiden. Diesmal geistern zudem ein bisschen nicht tot zu bekommender Punk und unsterblicher New Wave durchs Gewölbe. Heraus also aus der Gruft, die Spinnweben abgestreift und unter die Ghouls gemischt. Kein Kostümzwang, aber gerne Tanz bis der Bestatter vom Ordnungsamt vor der Türe steht.

Buchlounge_Außerndienst et al.

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Diesen Freitag wird um 19 Uhr im Museum der Stadt Kornwestheim im Kleihues-Bau eine Ausstellung mit Bildern von Marlis Albrecht eröffnet. Auf geheimnisvoll-lyrische Weise vereinigen sich im Werk der Künstlerin durch Gegenüberstellung Waldbilder mit solchen des menschlichen Antlitzes. Marlis Albrecht arbeitet in einer ganz eigenen Technik mit dem Gestaltungsmaterial Wachs, das die erhaben-kontemplative Wirkung hinter der augenscheinlichen Ästhetik ihrer Bilder unterstreicht. Da in Kürze das Begleitbuch zur Ausstellung im mir brötchengebenden Verlag erscheint und ich im Hintergrund ein wenig für die Betreuung desselben verantwortlich war, ist mir die Vernissage nicht nur Vergnügen sondern auch ein bisschen Pflicht. Weshalb wegen des Außendiensts die Buchlounge diesmal außer Dienst ist. Ich könnte jedoch für Schnellentschlossene eine Mitfahrgelegenheit ab Tübingen, 17:30 Uhr anbieten und bitte um kurzfristige Rückmeldung, um gegebenenfalls ein zweites Auto organisieren zu können.

Ein zweiter Kunsttermin, den ich an dieser Stelle empfehlen möchte, ist das Kunstfestival im Rahmen des 2. Internationalen Künstlersymposiums im kunstort ELEVEN in Starzach-Börstingen, geleitet von Monika Golla und Frank Fierke, am 15./16. Oktober. Mit Sicherheit eine ganz besondere Gelegenheit, ein Wochenende flanierend inmitten vieler inspirierender Performances zu verbringen.

Und eine letzte Vorschau, diesmal in eigener Sache: Im Club Voltaire Tübingen ist am Freitag, den 11. November 2016 auf meine Einladung hin Frank Apunkt Schneider mit seinem Vortrag „Deutschpop halt’s Maul!“ zu Gast. An den Vortrag schließen sich Kneipenbetrieb mit Beatclub-Party an (an den Plattenspielern: Guess who, surprise, surprise! ;-)). Weitere Infos folgen in einem kommenden Newsletter bzw. sind bereits auf der Webseite des Club Voltaire abrufbar. Bitte unbedingt jetzt schon vormerken, denn das verspricht ein wunderbar trashiger Abend zu werden!

(Beitragsbilder mit Dank an die Künstlerin Marlis Albrecht: „Walden XXII“ und „Bollenflug II“)

Buchlounge_Summertime Blues

Summertime Blues

Wer wollte behaupten, es gäbe kein Heilmittel gegen den Summertime Blues, wenn man sich doch ganz einfach zusammensetzen kann, um gemeinsam mit netten Menschen bei Fingerfood und alkoholischen Getränken selten gehörte Musik zu hören? Genau dafür habe ich für diesen Freitag, den 2. September 2015 ab 20:30 Uhr (Antiquariat geöffnet ab 20 Uhr) ein Musikprogramm zusammengestellt, das ein paar wirklich deprimierend triste Songs beinhaltet, bei denen einem jede Sommerlaune vergehen könnte. Wäre da nicht das Drumherum, das das Ganze wiederum höchst amüsant macht. Im Angebot hätte ich: Lance Kaufman featuring the Rain Forest Wrecking Crew in all ihrer Destruktivität, nebst einem kleinen Exotica-Exkurs featuring Korla Pandit, the Godfather of Exotica. Ein Beispiel für die tiefsten Tiefen pubertären Herzschmerzes, ergänzt durch ein Beispiel, wie man da ganz funky wieder raus kommt. Sowie das möglicherweise niederschmetternd drögste Hawaii-Album, das jemals aufgenommen wurde, und auch dieses freilich konterkariert durch wundervolle, original hawaiianische Popmusik, mit der schließlich der gesellige Teil des Abends eingeleitet werden soll. Enjoy your depression!

Druckversion der Einladung: Buchlounge_Summertime Blues