Miese kleine Winterstadt

Jetzt sollen wir uns also auch noch einen Feiertag sparen. Und alle springen über das Stöckchen; und Medien schreiben Artikel und machen Umfragen, auf welchen Feiertag der Volkskörper denn am ehesten verzichten könnte. Und niemand regt sich alleine über die Idee an sich auf. So tief ist der Hegemonialdiskurs bereits in die Hirne betoniert. Und Stück für Stück wird er weiter in Richtung Sozialabbau verschoben, indem mal eben ohne jede Scham in die Runde geworfen wird, ob die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall denn wirklich notwendig sei. Denn die Heilige Kuh darf nicht angetastet werden, nämlich das Geld dort zu holen, wo es im obszönen Übermaß vorhanden ist: Tax the rich. Weil der Standort… et cetera. –

Um es mal poetisch mit Frank Spilker/Die Sterne zu sagen: „Diese miese, kleine Winterstadt / Alle haben die Kälte in den Straßen satt. / Wenn Du sie fragst: ‚Wie wär’s denn mal mit warm?‘ / Wird sie finden, dass sie das nicht kann. / Sie hat keine Kohle, und auch keine Energie. / Sie muss sparen, für die Bourgeoisie. / Alles andere muss sie erst mal lassen. / So wird es niemals wärmer werden, / in den Gassen.“ (Flucht in die Flucht, staatsakt 2014)

Hinterlasse einen Kommentar